RWE
- Marion Schlegel - Redakteurin

E.on und RWE: Pressebericht schickt Aktien auf Talfahrt

An einem überwiegend schwachen Tag am deutschen Aktienmarkt müssen auch die Aktien der beiden Versorger-Unternehmen E.on und RWE Federn lassen. Die Aktie von E.on verliert 0,4 Prozent auf 13,78 Euro, die Aktie von RWE sogar 1,1 Prozent auf 26,07 Euro. Neben dem schwachen Gesamtmarkt dürfte vor allem ein Pressebericht der „Süddeutschen Zeitung“ für Druck gesorgt haben. Demnach plane die Bundesregierung einen milliardenschweren Fonds, um Rückbau und Entsorgung der deutschen Atomkraftwerke sicherzustellen. Stufenweise sollen die AKW-Betreiber etwa 17 Milliarden Euro einzahlen, um die "langfristigen Verpflichtungen der Entsorgung" abzudecken, berichtete die Zeitung unter Berufung auf ein internes Papier von Wirtschafts- und Umweltministerium. Zusätzlich sollen 19 Milliarden Euro für den Rückbau der Atomkraftwerke aus Rückstellungen beglichen werden.

Ein Händler sagte dazu: "Die Gesamtsumme von 36 Milliarden Euro bleibt zwar unverändert, aber die Nachricht ist der Stimmung für die Aktien von E.on und RWE nicht gerade zuträglich." Sie wecke Sorgen hinsichtlich der Ertragskraft. DER AKTIONÄR rät weiterhin beide Aktien zu meiden. Auch aus charttechnischer Sicht sind beide Werte deutlich angeschlagen.

Zwei Kaufempfehlungen
Die Lage der deutschen Versorger weitaus positiver sieht die US-Investmentbank Goldman Sachs. Sie hat das Kursziel für E.on von 19 auf 20 Euro angehoben und die Aktie auf der "Conviction Buy List" belassen. Die geplante Aufspaltung des Versorgers biete eine gute Gelegenheit für eine neue Dividendenpolitik, schrieb Analyst Fred Barasi in einer Branchenstudie vom Mittwoch. Mit der künftigen Struktur kristallisiere sich zudem der Wert der regulierten und unregulierten Vermögensbestände besser heraus. Gleichzeitig hob er auch das Kursziel für RWE von 40 auf 41 Euro an und bestätigte sein „Buy“-Rating. Seine Kurszieländerungen im europäischen Versorgersektor reflektierten gesunkene Kreditausfallrisiken in Südeuropa, den schwächeren Euro sowie niedrigere Gas-, Kohle- und Strompreise. Den Zeithorizont für seine Bewertungsmethode verlagerte er um ein Jahr in die Zukunft.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE: Es gibt keinen Plan B

Im freundlichen Marktumfeld kann RWE am Dienstag die starke Performance der letzten Tage nicht bestätigen. Trotz des Ökostrom-Booms will der Versorger auch in Zukunft weiter auf Kohle- und Gaskraftwerke setzen. Laut Vorstandschef Rolf Martin Schmitz ist dies in den nächsten Jahren alternativlos. mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE: Diese Szenarien sind möglich

Am Freitag zählen die Versorger erneut zu den stärksten Werten auf dem Kurszettel. Trotz der Milliardenverluste im vergangenen Jahr setzt auch die RWE-Aktie ihre Aufholjagd fort. Seit dem Zwischentief im Dezember hat der DAX-Titel gut 35 Prozent an Wert gewonnen. Offen bleibt, wie die Zukunft des … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE: Das klingt besser – bleibt Innogy an Bord?

Die Versorger zählen am Dienstag zu den stärksten Werten an der deutschen Börse. Im DAX führt RWE die Gewinnerliste an. Der Konzern stellt nach dem höchsten Verlust der Geschichte Besserung in Aussicht. Zudem profitiert die Aktie von Übernahmegerüchten um die Tochter Innogy. Hierzu gab es am Morgen … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

Trendwende bei RWE: Kommunen sagen "Ja"

Die erneute Streichung der Dividende von RWE kam bei den Anlegern zuletzt nicht gut an. Vor allem die kommunalen Aktionäre hatten nicht damit gerechnet, dass die Ausschüttung beim ehemaligen Dividendenriesen zum zweiten Mal in Folge ausfällt. Inzwischen haben sich die NRW-Gemeinden aber mit den … mehr