E.on
- Maximilian Völkl

E.on-Aktie: Der nächste Milliarden-Schock droht

Eine schlimme Woche liegt hinter den Anlegern des DAX-Konzerns E.on. Im deutschen Leitindex waren die Papiere des Versorgers zuletzt mit Abstand der schwächste Wert. Am Mittwoch musste Konzernchef Johannes Teyssen verkünden, dass das Atomgeschäft bei E.on bleibe und hohe Abschreibungen die Bilanz ins Minus drücken würden. Nun drohen auch noch weitere Rückstellungen zur Finanzierung des Atomausstiegs.

Hintergrund der Debatte sind Befürchtungen aus der Politik, dass die Unternehmen für künftige Zahlungsverpflichtungen geringere Summen zurücklegen, als später tatsächlich anfallen. Die Differenz soll in der Zwischenzeit durch Zinserträge hereinkommen. Dem Handelsblatt zufolge rechnen die Konzerne bei diesen Rückstellungen in den Büchern derzeit mit Zinssätzen zwischen 4,0 und 4,7 Prozent. Angesichts der anhaltenden Niedrigzins-Phase sei es aber fraglich, ob Werte jenseits von vier Prozent realistisch seien.

Neue Belastungen drohen

Laut Handelsblatt werfen vom Bundeswirtschaftsministerium beauftragte „Stresstests“ nun tatsächlich die Frage auf, ob die bisher eingerichteten Bilanzposten für den Rückbau der Meiler von insgesamt 39 Milliarden Euro ein realistisches Zinsniveau berücksichtigen. E.on-Chef Johannes Teyssen sprach von „Taschenspielereien“ – er hält die bisherigen Rückstellungen für ausreichend. Noch liegen zwar keine Ergebnisse der Prüfer vor, es drohen allerdings durchaus weitere deutliche zusätzliche Belastungen.

E.on lege sehr strenge Grundsätze an, so Teyssen. Die Wirtschaftsprüfer, die die Rückstellungen Jahr für Jahr testierten, arbeiteten sehr genau. Die Zahlen seien auch angesichts der derzeitigen Niedrigzins-Phase nicht leichtfertig. "Wir halten uns an die Bilanzregeln", betonte der Konzernlenker.

An der Seitenlinie bleiben

Neben den operativen Problemen sieht es bei E.on auch charttechnisch düster aus. Ob der Konzernumbau die Trendwende bringt, ist fraglich. Anleger sollten das Risiko nicht eingehen und nicht in das fallende Messer greifen. Es drohen weitere Verluste.

(Mit Material von dpa-AFX)


Unser Buchtipp des Tages: Sind die Börsenweisheiten von Kostolany, Buffett und Co heute noch gültig?

Sell in May and go away?

Autor: Schwarzer, Jessica
ISBN: 9783864701252
Seiten: 240
Erscheinungsdatum: 06.12.2013
Verlag: Börsenbuchverlag
Art: gebunden/Schutzumschlag
auch als eBook verfügbar

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten finden Sie hier

Schlaftabletten, politische Börsen, fallende Messer – jeder Börsianer kennt die Weisheiten von Kostolany, Buffett und Co. Viele davon gelten noch heute, bei anderen ist es dringend an der Zeit, sie an die neue Börsenrealität anzupassen. Die Börse hat sich seit André Kostolanys Zeiten gewandelt, heftige Turbulenzen sind an der Tagesordnung. Was taugen die traditionellen Regeln in diesem Umfeld also noch? Jessica Schwarzer untersucht Börsenweisheiten auf ihre Aktualität und Praxistauglichkeit. Sie zeigt, was Börsianer aus den Sprüchen ableiten können und wie sie das Wissen der Altmeister für ihren Anlageerfolg nutzen können.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

E.on und RWE: Was nun?

Gestern haben die Versorger E.on und RWE (sowie der schwedische Konzern Vattenfall) einen Erfolg vor dem Bundesverfassungsgericht erringen können. Die Kurse der DAX-Titel haben sofort stark zugelegt. Viele Marktteilnehmer fragen sich nun, ob sich bei den einstigen Anlegerlieblingen mittlerweile … mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

E.on und RWE: Der Countdown läuft …

Heute wird es spannend für die Aktionäre von E.on und RWE: Denn das Bundesverfassungsgericht wird heute ab 10:00 Uhr das Urteil über die Klagen der großen Energiekonzerne gegen den Atomausstieg aus dem Jahre 2011 verkünden. Geklagt hatte neben E.on auch RWE der schwedische Versorger Vattenfall. mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

E.on und RWE: „Nach Kursrutsch attraktiv“

Die Aktien der beiden gebeutelten Energieversorger E.on und RWE konnten im gestrigen Handel deutlich zulegen. Hauptgrund hierfür dürfte eine Studie der französischen Großbank Societe Generale gewesen sein, wonach die Kursverluste der beiden DAX-Titel in den vergangenen Monaten „übertrieben“ gewesen … mehr