E.on
- Nikolas Kessler - Redakteur

E.on: Die nächste Hiobsbotschaft

Atom-Abspaltung geplatzt, stattdessen erneut Milliarden-Abschreibungen und ein dickes Minuszeichen unter der Jahresbilanz – es sind düstere Aussichten, die E.on-Chef Johannes Teyssen nach der gestrigen Aufsichtsratssitzung präsentieren musste. Da verwundert es kaum, dass die E.on-Aktie am Donnerstag zu den schwächsten Werten im DAX gehört.

Der Energiekonzern E.on wird sein Kernenergiegeschäft nicht wie ursprünglich geplant in eine eigenständige Gesellschaft ausgliedern. Stattdessen bleibe Betrieb und Rückbau der verbliebenen Kernkraftwerke in der Verantwortung von E.on, teilte der Konzern am Mittwochabend mit.

Im Vorfeld hatte es von Seiten der Politik massive Zweifel gegeben, ob der Konzern nach einer Aufspaltung noch für die Abwicklung seines Atom-Erbes gerade stehen kann. Bundeswirtschaftsminister Gabriel hatte kurz zuvor den Entwurf für ein Nachhaftungsgesetz präsentiert. Damit soll verhindert werden, dass sich die Versorger vor den Milliardenkosten beim AKW-Rückbau und der Endlagerung des Atommülls drücken können.

Die grundsätzliche Aufspaltung in zwei Unternehmen sei davon nicht berührt und verlaufe im Zeitrahmen, so das Unternehmen. Zum Jahreswechsel soll die neue Gesellschaft namens Uniper an den Start gehen und die europäische und internationale Stromerzeugung sowie den globalen Energiehandel übernehmen. E.on selbst wird sich auf die Bereiche erneuerbare Energien und Netze konzentrieren. Die Kernenergiesparte werde künftig von der E.on-Tochter PreussenElektra gesteuert, sei aber kein strategisches Geschäftsfeld von E.on mehr.

Erheblicher Fehlbetrag erwartet

Auch die Stromerzeugung mit fossilen Brennstoffen bleibt offenbar schwierig. Wegen der niedrigen Strom- und Rohstoffpreise und den schwierigen Rahmenbedingungen dürfte der Konzern im laufenden Jahr mit einem dicken Minus abschließen. Im dritten Quartal müssten Abschreibungen in der Größenordnung eines "höheren einstelligen" Milliarden Euro-Betrags verbucht werden.

Auch im Gesamtjahr 2015 werde es deshalb zu einem erheblichen Fehlbetrag kommen. Es ist bereits der zweite Milliardenverlust in Folge. Schon im vergangenen Jahr hatte der Konzern ein Minus von knapp 3,2 Milliarden Euro verbucht. Trotz des erwarteten Milliardenfehlbetrags sollen die Aktionäre wie bisher geplant eine Dividende von 50 Cent je Anteil erhalten.

Finger weg!

Auch wenn die erneute Wertberichtung bei E.on eigentlich kaum noch jemanden überraschen dürfte, verliert die Aktie am Donnerstag fast vier Prozent an Wert. Wegen der unklaren Zukunftsperspektive sollten Anleger weiterhin einen Bogen um den Versorger-Titel machen.

(Mit Material von dpa-AFX)


Nach Lektüre dieses Werks sehen nicht nur Börsenneulinge viele Zusammenhänge klarer!

Die Grundlagen der Geldanlage

Autor: Malkiel, Burton G./Ellis, Charles D.
ISBN: 9783941493414
Seiten: 128
Erscheinungsdatum: 18.08.2010
Verlag: Börsenbuchverlag
Art: gebunden/Schutzumschlag
Verfügbarkeit: als Buch und eBook verfügbar

Weitere Informationen zum Buch und Bestellmöglichkeiten finden Sie hier

Mit Burton G. Malkiel und Charles D. Ellis haben Sie zwei der bekanntesten US-Börsenautoren als Ratgeber an Ihrer Seite. Das Ziel der beiden alten Hasen ist einfach: Anlegern die Grundlagen erfolgreichen Investierens einprägsam, verständlich und prägnant zu erläutern. Dazu benötigen die beiden gerade einmal fünf Kapitel: Sparen, Index, Diversifikation, Vermeidung grober Fehler und Einfachheit. Damit muss es auch schon gut sein. Malkiel und Ellis arbeiten die entscheidenden Faktoren gekonnt heraus und lassen den Leser an ihrer unglaublichen Erfahrung teilhaben. Das Zauberwort lautet: Asset Allocation.

Nach Lektüre dieses Werks sehen nicht nur Börsenneulinge viele Zusammenhänge klarer. "Die Grundlagen der Geldanlage" hat das Zeug zum modernen Klassiker.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on: Der Wettbewerb ist hart

Es bleibt dabei: Die E.on-Aktie hängt seit Januar im Seitwärtstrend fest. Im schwächeren Marktumfeld ist die jüngste Attacke auf den oberen Begrenzungsbereich zwischen 7,40 und 7,60 Euro erneut gescheitert. Die Unterstützung bei 6,80 Euro rückt wieder näher. Auch operativ gab es zuletzt einen … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on: Fliegende Windräder – was steckt dahinter?

Der Versorger E.on will in fliegende Windräder investieren. Damit soll günstiger Ökostrom produziert werden. Die E-on-Aktie reagiert am Dienstag zwar zunächst negativ auf die angekündigten Investitionen. Der Ausbruch aus dem Seitwärtstrend lässt damit weiter auf sich warten. Langfristig bietet die … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on: Darauf kommt es jetzt an

Der entscheidende Impuls fehlt bei E.on nach wie vor. Seit Anfang des Jahres pendelt die Aktie des Versorgers in einem Seitwärtstrend zwischen 6,80 und 7,60 Euro. Die jüngsten Kapitalmaßnahmen hat die Aktie zwar gut verkraftet. Im skeptischeren Marktumfeld fehlt dem DAX-Titel nun allerdings der … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on: Das sind die Alternativen

Die Übernahmegerüchte in der Energiebranche reißen nicht ab. Viele Szenarien werden durchgespielt. Alleine für E.on gibt es verschiedene Optionen, wie die Konsolidierung vonstattengehen könnte.„Es werden sich in Europa einige Gelegenheiten ergeben“, befeuerte Enel-Chef Francesco Starace zuletzt die … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on: Das hört man gerne

Seit der Kapitalerhöhung zeigt der Trend bei E.on deutlich nach oben. Im freundlichen Marktumfeld kann der Versorger am Mittwoch weiter zulegen. In der neuen Energiewelt will der Versorger auch mit starken Solarlösungen punkten. Für seine Entwicklung erhält der DAX-Konzern sogar Lob von einem … mehr