DAX
- Thomas Bergmann - Redakteur

DZ BANK: "DAX bleibt 2016 volatil und am Ende ohne Gewinne"

Dem deutschen Aktienmarkt steht nach Einschätzung der DZ Bank ein schwieriges Börsenjahr 2016 bevor. Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte die Anleger zwar am 3. Dezember mit einer Ausweitung ihrer Billiggeld-Politik erfreuen, sagte Jan Holthusen, Leiter Zins- und Anleihenresearch, bei einem Pressegespräch in Frankfurt. Doch "die Märkte werden sich längerfristig nicht von den geldpolitischen Stimuli blenden lassen", warnte Chefanlagestratege Christian Kahler und verwies auf die bereits hohen Börsenkurse.

Unruhige Zeiten

Kahler prognostiziert dem DAX 2016 eine ähnlich unruhige Entwicklung wie im laufenden Jahr. Die anfängliche Freude über die Liquiditätsflut der EZB könnte den deutschen Leitindex im Frühjahr zwar bis auf 12.000 Punkte treiben. Doch wenn die Unsicherheit über den Zustand der Weltwirtschaft wieder steige, "drohen neue Enttäuschungen, weil das erreichte Bewertungsniveau nur bei einem dynamischen Gewinnwachstum zu rechtfertigen ist" und nicht bei der von ihm erwarteten "Stagnation auf solidem Niveau". Dann drohe dem DAX Rückschlagspotenzial bis auf 9.400 Punkte.

Zum Jahresende sieht Kahler den wichtigsten deutschen Aktienindex bei 11.000 Punkten. Damit läge er knapp drei Prozent unter dem aktuellen Kursniveau. Die jüngste Berichtssaison habe gezeigt, wie empfindlich die Märkte selbst auf nur kleine Enttäuschungen bei den Unternehmenszahlen reagierten, begründete der Anlagestratege seine vorsichtigen Schätzungen.

Wachstumspause in Schwellenländern

Auch von der Konjunktur könne der DAX kaum Rückenwind erhoffen. Auf globaler Ebene erwarten die Experten der DZ Bank nur eine moderate Wachstumsdynamik, die von den Industrieländern getragen wird. Dabei sehe die Entwicklung im Euroraum zufriedenstellend aus - eine deutliche Belebung sei aber nicht in Sicht. In den USA habe der Schwung zuletzt nachgelassen und die Schwellenländer legten derzeit eine Wachstumspause ein.

Etwas besser sieht Kahler die Entwicklung im Euro Stoxx 50. Dem Eurozonen-Leitindex traut er einen Anstieg auf 3.600 Punkte zu. Gestützt werde das Aufholpotenzial des Euro Stoxx auch von Veränderungen innerhalb der Währungszone: DZ-Bank-Chefvolkswirt Stefan Bielmeier geht von einem schrumpfenden Wettbewerbsvorteil Deutschlands gegenüber anderen Mitgliedsländern aus.

(Material von dpaAFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Jochen Kauper | 0 Kommentare

Bitcoin-Investoren im Rausch

7.500 US-Dollar - sind wir an einem Punkt angelangt an dem niemand mehr ernsthaft damit rechnet, dass der Bitcoin fallen wird. "Selbst wenn er jetzt um die Hälfte einbräche, wäre das nur die nächste "gesunde" Korrektur, bevor die Kurse wieder auf neue Hochs explodieren. Die Erfahrung aber zeigt, … mehr
| Advertorial | 0 Kommentare

DER ANLEGER: Aktien auf Rekordfahrt – So handeln Sie jetzt richtig! + Bitcoin, Immobilienaktien, GAFAM, TSI

Der Deutsche Aktienindex DAX steht in diesen Tagen so hoch wie noch nie in seiner Geschichte. Die Rekordfahrt der Aktien geht auch im achten Jahr der Hausse weiter. Allein auf Jahressicht hat das deutsche Börsenbarometer 20 Prozent an Wert gewonnen. Aktien sind damit die Anlageklasse der Stunde. … mehr
| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

DAX im Erholungsmodus: Gelingt das Umkehrsignal?

Am Vortag drohte der DAX völlig den Halt zu verlieren. Zeitweise schlug der deutsche Leitindex bei 12.850 Punkten auf und damit unterhalb einer wichtigen Unterstützungszone. Doch im Tagesverlauf legte der Blue-Chip-Index ein klassisches Reversal aufs Parkett, das heute fortgeführt wird. Hält sich … mehr
| Thomas Bergmann | 2 Kommentare

Korrektur läuft - so tief kann der DAX fallen

Jetzt also doch! Am deutschen Aktienmarkt sind die Unkenrufe erhört und der DAX ist auf Talfahrt geschickt worden. Der deutsche Leitindex setzt am Mittwoch seine Korrektur fort und droht weiter abzustürzen. Halten nicht bald die Bullen dagegen, droht ein Rückfall bis in den Bereich der … mehr