DAX
- Michael Schröder - Redakteur

Quo vadis, DAX? Das müssen Anleger nach dem verpatzten Jahresstart wissen!

Der heimische Leitindex rutscht nach dem Stabilisierungsversuch am Vortag am Mittwoch erneut ab. Das Marktgeschehen ist von großer Unsicherheit geprägt - und Unsicherheit mögen Aktionäre überhaupt nicht. Hält die charttechnische Unterstützung bei 10.114 Zählern nicht, droht beim DAX der Bruch der psychologisch wichtigen 10.000-Punkte-Marke.

Es ist eine explosive Mischung, die den Börsianern überhaupt nicht schmeckt: Die anhaltenden Sorgen um die Entwicklung in China und das globale Wirtschaftswachstum sowie die Ungewissheit über die weiteren Zinsschritte der US-Notenbank Fed belasten schon seit mehreren Monaten. Dazu kommen nun auch noch die Spannungen zwischen den beiden wichtigen Ölförderländern Iran und Saudi-Arabien sowie der eskalierende Atomstreit mit Nordkorea hinzu. Nordkorea testete nach eigenen Angaben erstmals eine Wasserstoffbombe.

Aus charttechnischer Sicht hat sich beim DAX - trotz der jüngsten Turbulenzen - zuletzt wenig geändert. Derzeit führt der Weg des geringsten Widerstands nach unten. Im Tagesverlauf rutschte der Leitindex zwischenzeitlich sogar auf 10.094 Zähler ab, fing sich aber wieder und konnte am Ende zumindest die massive charttechnische Unterstützung bei 10.114 Punkten verteidigen. Erweist sich diese Marke nicht als tragfähig, droht ein Rutsch unter die 10.000-Punkte-Marke. Die nächsten Haltemarken warten dann erst bei 9.560 oder sogar 9.300 Zählern. Für die DAX-Bullen wäre es enorm wichtig, die ehemalige Unterstützung im Bereich von 10.515 und 10.600 Punkten schnell zurück zuerobern. 

Die Bullen müssen den Kopf aber nicht in den Sand stecken. Die letzten Wochen haben gezeigt, dass sich das Blatt auch sehr schnell wieder wenden kann. Mögliche Impulsgeber gibt es einige: Seit dem Jahresbeginn hat der Euro wieder deutlicht an Wert verloren. Am Dienstag hatte sich der Druck auf die Gemeinschaftswährung durch unerwartet schwache Inflationszahlen aus der Eurozone noch erhöht. Die Daten haben Spekulationen um weitere geldpolitische Lockerungen durch die EZB angefacht.

Am Abend gewährt die US-Notenbank Fed Einblicke in das Protokoll ihrer letzten Sitzung. Im Dezember hatten die Währungshüter erstmals seit der Finanzkrise den Leitzins erhöht. Am Donnerstag könnten neueste Erhebungen zum Auftragseingang der Industrie in Deutschland sowie das Wirtschafts- und Industrievertrauen der EU bewegen, am Freitag dann die Industrieproduktion aus Deutschland. Zentrales Ereignis ist aber am Freitag die Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts für Dezember. Fallen die Daten gut aus, dürfte sich die Fed in ihrer jüngst eingeleiteten Zinswende bestätigt fühlen. Es bleibt also spannend - und die Volatilität in jedem Fall hoch.

(Mit Material von dpa-AFX)

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