DAX
- Michael Schröder - Redakteur

DAX: Neue Woche, neuer Crash? Das müssen Anleger jetzt wissen

Die vergangene Handelswoche hatte es in sich. Nach einem katastrophalen Auftakt verabschiedete sich der DAX dank einer dynamischen Gegenbewegung über der 10.000-Punkte-Marke aus der Woche? Die Volatilität dürfte auch in den nächsten Tagen hoch bleiben. Richtungsweisende Konjunkturdaten aus Asien und den USA stehen auf der Agenda.


Zum Ende einer turbulenten Börsenwoche haben sich die Investoren am deutschen Aktienmarkt zurückgehalten. Nach der Berg- und Talfahrt der vergangenen Tage schloss der DAX am Freitag 0,17 Prozent schwächer bei 10.298 Punkten. Damit dämmte der Leitindex seine Anfangsverluste deutlich ein - auf Wochensicht schaffte er sogar ein ordentliches Plus von 1,7 Prozent. Den Kurssturz vom Montag hat der DAX damit verdaut.

Wie geht es in dieser Woche weiter? "China bleibt das Zünglein an der Waage", sagt Marktexperte Andreas Paciorek vom Wertpapierhändler CMC Markets. Wenn neue enttäuschende Daten die Ängste vor einer "harten Landung" der chinesischen Wirtschaft und damit die Sorgen um eine Beeinträchtigung der Weltwirtschaft verfestigten, blieben insbesondere langfristig und strategisch orientierte Anleger dem Markt fern. Die jüngste Stabilisierung an Chinas Börsen gehe zudem nur auf Maßnahmen von Regierung und Notenbank zurück. Deshalb warten die Anleger gespannt auf den Dienstag, wenn der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitenden Gewerbe in China neue Anzeichen für die Konjunktur im Land liefert. Analysten fürchten, das Barometer könnte auf ein 3-Jahres-Tief fallen. Dann stiege der Druck auf die Regierung und Notenbank, dem Aufschwung etwas nachzuhelfen.

Mit Blick auf die US-Notenbank Fed interessiert in der neuen Woche vor allem eine Frage: Wird sie im September oder doch erst im Dezember die Zinsen erhöhen? Zuletzt hatten die Turbulenzen in China Zweifel an einer baldigen Zinswende geschürt. Anleger fürchten, dass auch die Wirtschaft in den USA unter einer Wachstumsverlangsamung im Reich der Mitte leiden könnte - der Dow Jones verlor am Montag in der Spitze rund 1.000 Punkte.

Daher werden die Investoren weiter mit Argusaugen auf Wirtschaftsdaten aus den USA schauen. Insbesondere vom Arbeitsmarktbericht am Freitag versprechen sie sich Hinweise darauf, ob die Fed bereits bei ihrer Sitzung am 17. September die lang erwartete Wende ihrer Geldpolitik einläutet. Daran waren jüngst immer mehr Zweifel aufgekommen - trotz guter amerikanischer Wirtschaftsdaten. Die erste Zinserhöhung in den USA seit über neun Jahren würde die Attraktivität von Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren schmälern. Andererseits wäre sie auch ein positives Signal, dass die Fed der amerikanischen Wirtschaft nach zuletzt guten Daten eine weitere Erholung zutraut. Auch die Geschäftsentwicklung und die Aktienkurse börsennotierter Unternehmen könnten von Hoffnungen profitieren, dass die Vereinigten Staaten China als Wachstumslokomotive ablösen.

Die Expertenmeinungen zum Zeitpunkt der US-Zinswende gehen auseinander. Die zahlreichen US-Daten in den kommenden Tagen werden daher genauestens analysiert werden – unter anderem stehen der Chicago Einkaufsmanagerindex (Montag), der ISM-Index (Dienstag) und eben der monatliche Arbeitsmarktbericht auf der Agenda. Am Mittwoch veröffentlicht die Fed zudem ihren Konjunkturbericht, das so genannte „Beige Book“. Experten gehen davon aus, dass sich das Bild einer robusten Konjunktur sowie eines starken Arbeitsmarktes in den USA verfestigen wird.

Auf Unternehmensseite dürfte es in der neuen Woche eher ruhiger zugehen. Am Montag nach US-Börsenschluss entscheidet sich, ob der Medizinkonzern Fresenius im EuroStoxx 50 den Platz von RWE einnimmt. Der Abstieg des Energiekonzerns aus dem Eurozonen-Leitindex gilt als recht sicher. Und am Donnerstag - ebenfalls nach der Schlussglocke an der Wall Street - gibt der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse die kommenden Veränderungen bekannt. Nach drei Jahren ohne Veränderung ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass mit Deutsche Annington der erste Immobilienkonzern in den DAX einzieht. Seinen Platz dafür räumen muss wohl der Chemiekonzern Lanxess.

Trotz Crash ist das Börsenjahr für die Anleger bei weitem nicht verloren. Etliche Börsenexperten sind optimistisch für die Aktienmärkte. Schlägt jetzt wirklich die Stunde der nervenstarken Antizykliker?

(Mit Material von dpa-AFX)

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