DAX
- Michael Schröder - Redakteur

DAX vor heißer Woche: Schlagen die Bullen zurück?

Die Rekordstimmung ist verflogen – zumindest kurzfristig. Hinter dem DAX liegt die schwächste Handelswoche seit November 2011. Mit einem Abschlag von 2,58 Prozent auf 11.688,70 Punkte ging der Leitindex aus dem Handel und büßte auf Wochensicht 5,6 Prozent ein. Gelingt den DAX-Bullen in der kommenden Woche ein Comeback, oder behalten die Bären die Oberhand?


Seit Jahresbeginn hat der DAX bis zu seinem Rekordhoch bei 12.390 Punkten am 10. April um rund 26 Prozent zugelegt. Während die ersten Bullen bereits wieder mit den Hufen scharren und glauben, dass die wegen des starken Anstiegs erwartete Korrektur schon vorbei ist, halten die Skeptiker sogar einen Absturz bis auf 10.450 Punkte für möglich. Einerseits sei der Markt in zu kurzer Zeit zu stark nach oben gelaufen, heißt es. Andererseits sei insbesondere die Sorge um ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro erneut aufgeflammt. Vor dem Hintergrund des anstehenden Treffens der Euro-Finanzminister in Riga dürfte das Thema "Grexit" daher auch die kommenden Handelstage bestimmen.

"Das griechische Schuldendrama geht in die nächste Runde", kommentiert Helaba-Analystin Claudia Windt. Der sich in diesem Zusammenhang wieder erholende Euro, der deutsche Produkte für Käufer außerhalb des gemeinschaftlichen Währungsraums teurer macht, drückt auf die Stimmung.

Neben den Grexit-Sorgen könnten in der kommenden Woche auch Konjunkturdaten den Druck auf die Börsen vergrößern. Beim am Dienstag erwarteten ZEW-Index, der die deutschen Konjunkturerwartungen von Finanzmarkt-Analysten widerspiegelt, und auch dem ifo-Geschäftsklima-Index als wichtigen Frühindikator für die deutsche Wirtschaftsentwicklung ist laut der Helaba der Spielraum nach oben inzwischen begrenzt. Windt erwartet daher auch von dieser Seite einen Dämpfer für die Aktienmärkte.

Weitere wichtige Daten werden am Donnerstag von den europäischen Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungsektor erwartet. Im spärlich gefüllten Konjunkturkalender der USA in der neuen Woche ragen nur die Auftragseingänge für langlebige Güter im März hervor, die am Freitag veröffentlicht werden. Diese zeigten in den letzten Monaten einen Abwärtstrend, der sich laut der Postbank weiter fortgesetzt haben dürfte, und untermauerten damit die konjunkturelle Schwächephase in den USA.

Die erste größere Konsolidierung in diesem Jahr läuft. Nachdem in der vergangenen Woche weder die Unterstützung im Bereich um 12.000 Zähler noch die bei 11.800 Punkten Halt bieten konnte, rückt nun zunächst die horizontale Unterstützung bei 11.600 Zählern in den Fokus. Drücken die Bären den Index auch unter diese Marke, ist aus charttechnischer Sicht sogar mit einer Fortsetzung des Abwärtsimpuls bis 11.475 und 11.250 Punkten zu rechnen. Ob das die Bullen ganz ohne Gegenwehr mit sich machen lassen, ist fraglich. Sicher ist dagegen, dass die Bullen erst bei einem Anstieg über die 12.000-Punkte- Marke wieder die Oberhand gewinnen würden.

DER AKTIONÄR favorisiert am Montag nach einer zunächst schwachen Eröffnung ein Comeback-Versuch der DAX-Bullen. Wie es im Detail weiter geht, können Anleger - wie gewohnt - an dieser Stelle verfolgen.


(Mit Material von dpa-AFX)

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| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

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