Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: Stimmung gut, Aktie steigt

Die Aktie der Deutschen Bank nimmt Fahrt auf. Am Dienstag steigt der Titel über die 33-Euro-Marke. Schon bald könnte der kurzfristige Abwärtstrend gebrochen werden. Unterdessen hat der deutsche Marktführer im Skandal um Manipulationen am Devisenmarkt weitere personelle Konsequenzen gezogen.

Eine Londoner Investmentbankerin sei vorsichtshalber beurlaubt worden, sagte am Montagabend eine mit den Vorgängen vertraute Person der Nachrichtenagentur Bloomberg und bestätigte damit entsprechende Medienberichte. Es könne sich aber noch herausstellen, dass sie unschuldig sei. Die Deutsche Bank wollte sich auf Anfrage nicht äußern. Das Institut versicherte aber, mit den Behörden bei der Aufklärung der mutmaßlichen Manipulationen zu kooperieren und gegebenenfalls personelle Konsequenzen zu ziehen.

Mehrere Händler gefeuert

Die beurlaubte Händlerin soll für Verkäufe von Währungen an Zentralbanken zuständig gewesen sein. Sie arbeitete laut ihrem Profil auf dem sozialen Netzwerk LinkedIn seit gut acht Jahren für die Deutsche Bank. Das größte deutsche Kreditinstitut hatte dem Vernehmen nach zu Jahresbeginn bereits mindestens drei Währungshändler in New York gefeuert. Weltweit haben Großbanken nach Informationen der Financial Times aus der vergangenen Woche wegen des Manipulationsskandals bereits rund 30 Mitarbeiter entlassen oder suspendiert.

Weltweit untersuchen Behörden seit rund einem Jahr, ob es am Devisenmarkt ähnlich wie beim Referenzzins Libor zu Manipulationen und verbotenen Absprachen von Händlern gekommen ist. Die Deutsche Bank gehört zu den dominierenden Akteuren im Devisengeschäft. Dieses gilt mit einem täglichen Volumen von zuletzt rund fünf Billionen Dollar als größter Finanzmarkt der Welt. Ein großer Teil des Handels findet dabei zwischen Finanzunternehmen über ihre Händler statt. Viele Institute wie die Deutsche Bank inzwischen interne Untersuchungen eingeleitet, um nach Verstößen in den eigenen Reihen zu fahnden.

Aktie hat reichlich Luft

Die charttechnische Situation bei der Deutschen Bank hat sich merklich verbessert. Der kurzfristige Abwärtstrend ist gebrochen. Sollte der Ausbruch nachhaltig sein, könnte die Aktie schnell Richtung 36 Euro marschieren. Auch fundamental sieht es gut aus: Mit einem 2015er-KGV von 6 ist das Papier konkurrenzlos günstig. DER AKTIONÄR traut der Aktie bis Ende des Jahres Kurse um 40 Euro zu. Investierte Anleger bleiben dabei und setzen den Stopp bei 30,50 Euro.

 

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Martin Mrowka | 0 Kommentare

Commerzbank: Neue Fusionsgerüchte pushen die Aktie

Es ist nur ein Strohhalm. Aber die nach News dürstenden Aktionäre nehmen ihn dankbar auf: In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg hat sich Josef Ackermann zu Wort gemeldet. Und darin machte der Ex-Deutsche-Bank-Chef Andeutungen zur europäischen Bankenlandschaft und zu einer … mehr
| Martin Mrowka | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Die Ratten verlassen das sinkende Schiff

Während Deutschlands größte Bank mit ihrem Umbau kämpft, Abteilungen schließt, Personal abbaut und Kosten senkt, leidet auch ihr größter Aktionär. Der hoch verschuldete chinesische Mischkonzern HNA reduzierte bereits in den vergangenen Monaten seine Beteiligung an der Deutschen Bank. Nun steht er … mehr