Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: Die Angst bleibt

Die Deutsche Bank hat zwar besser als erwartete Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt. Die Aktie bricht am Mittwoch dennoch ein. Was den Anlegern nicht schmeckt, ist die Kernkapitalquote.

Die Aktie der Deutschen Bank bleibt der Sorgenfall im DAX. Nach der Vorlage von Geschäftszahlen zum zweiten Quartal fiel das Papier des größten deutschen Geldhauses knickt das Papier ein. Am Nachmittag steht ein Minus von 2,6 Prozent zu Buche, zwischenzeitlich waren es 4,5 Prozent. Im frühen Handel hatte die Aktie noch knapp 1,5 Prozent zugelegt.

Zuerst zum Positiven: Netto- und Vorsteuergewinn sind im zweiten Quartal besser ausgefallen als erwartet. Zudem vermeldete Deutsche-Bank-Chef John Cryan überraschende Fortschritte bei den Einsparungen.

Anlass zur Sorge gibt nach wie vor die harte Kernkapitalquote von Deutschlands Nummer 1. Im zweiten Quartal lag die Quote bei 10,8 Prozent und damit deutlich unter den von der Deutschen Bank für 2019 angepeilten 12,5 Prozent. Der Gesetzgeber könnte 2019 eine harte Kernkapitalquote von 12,25 Prozent fordern.

Cryan muss mehr liefern

Die Deutsche Bank wird sich anstrengen müssen, um diese Marke zu erreichen. Cryan wird noch mehr sparen müssen als bisher. Heißt: weniger Filialen, weniger Verwaltung, Verkäufe oder Schließungen von unrentablen Sparten. Solange Cryan hier keine sichtbaren und nachhaltigen Erfolge vorweisen kann, wird die Angst der Anleger vor einer Kapitalerhöhung der Deutschen Bank bleiben. Die Aktie eignet sich derzeit höchstens für Trader.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Andreas Deutsch | 0 Kommentare

Egbert Prior: Meine erste Aktie

Aller Anfang ist schwer an der Börse – das gilt sowohl für Profis als auch für Amateure. Exklusiv für den AKTIONÄR erinnert sich Egbert Prior, langjähriger Herausgeber der Prior Börse, an sein erstes Investment. mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Hört doch endlich auf!

Am Anfang war es einfach nur lästig: Mehrere demokratische Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus forderten immer wieder Informationen von der Deutschen Bank über die Beziehungen zu Donald Trump. Der Konzern gilt als einer der größten Gläubiger des Präsidenten. Was anfangs nur wie ein politisches … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Eine Million ist zu wenig

Wer mehr als eine Million Euro anlegen kann, hat sich bislang bei der Deutschen Bank von „Normal-Investoren“ unterschieden. Der Konzern hat dieses Klientel gesondert von den normalen Privatkunden in der Vermögensverwaltung betreut. Damit soll jetzt Schluss sein, denn die Bank will auch hier sparen. mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Vorsicht vor dem zweiten Quartal

Der Turnaround bei der Deutschen Bank ist in vollem Gange. Im Herbst will der Vorstand weitere Details zur Reintegration der Postbank in den Mutterkonzern bekannt geben. Und auch die organisatorische Abspaltung der Fondstochter Deutsche Asset Management für den Teilbörsengang soll dann … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Der Nebel lichtet sich

Die Reintegration der Postbank in die Deutsche Bank und der Teilbörsengang der Deutschen Asset Management sind nur ein Teil der neuen Strategie des Gesamtkonzerns: CEO John Cryan will sich auch von unprofitablen Geschäftsfeldern trennen und Segmente verkaufen, die nicht zum Kerngeschäft der Bank … mehr