Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Deutsche Bank: Analyst sieht große Risiken

James Chappell von der Privatbank Berenberg bleibt nach den besser als erwartet ausgefallenen Zahlen für das erste Quartal pessimistisch für die Aktie der Deutschen Bank. Auch die UBS hält nicht viel vom deutschen Marktführer. Die Aktie gerät am Mittwoch unter Druck.

Chappell hat die Einstufung für die Deutsche Bank nach den Zahlen auf „Verkaufen“ mit einem Kursziel von 26 Euro belassen. Ohne eine Kapitalerhöhung dauere es zu lange, bis das Kreditinstitut die Kapitallücke von geschätzt zehn Milliarden Euro aus den erzielten Ergebnissen geschlossen habe, so der Experte in seiner Studie. Nur mit einer Kapitalerhöhung könne die Bank den Bewertungsabschlag von 40 Prozent auf die Aktien der Konkurrenz abbauen. Es sei aber unwahrscheinlich, dass das Kreditinstitut kurzfristig zu diesem Mittel greife. Der Aktienkurs werde daher im Zuge niedrigerer Ergebnisprognosen des Marktes wohl weiter nachgeben.

Gewinnprognose gesenkt

Die Schweizer Großbank UBS stuft die Aktie der Deutschen Bank weiterhin mit „Neutral“ und Kursziel 33 Euro ein. Der Überschuss der Bank habe im ersten Quartal um drei Prozent über seiner Prognose gelegen, meint Analyst Daniele Brupbacher. Wegen der schlechter als erwartet ausgefallenen Kostenprognose der Bank senkte der Experte seine bereinigte Gewinnprognose je Aktie für das laufende Jahr jedoch um acht Prozent. Insgesamt stehe die Frage nach der Kapitalausstattung der Bank weiterhin im Mittelpunkt. Der Experte rechnet mit einer Kapitalerhöhung in Höhe von mehreren Milliarden Euro im Jahresverlauf oder im ersten Quartal des kommenden Jahres.

Geduld gefragt

Die Deutsche-Bank-Aktie verliert am Mittwochmittag 0,7 Prozent auf 31,88 Euro. Neben den negativen Studien belastet ein skeptischer Kommentar der Ratingagentur Standard & Poor's, die den Ausblick auf „Negativ“ gesenkt hat. Die Aktie ist auf dem aktuellen Niveau mit einem 2015er-KGV von 7 sehr günstig bewertet. Allerdings dürften weiterhin die Rechtsrisiken den Aktienkurs belasten. Investierte Anleger bleiben dabei und beachten den Stoppkurs bei 30,50 Euro.

(Mit Material von dpa-AFX)

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