Deutsche Bank
- Fabian Strebin - Redakteur

Deutsche-Bank-Aktie: Chart des Grauens - brechen jetzt alle Dämme?

Blickt man auf den Chart der Deutsche-Bank-Aktie wird einem angst und bange. Ist der Konzern nicht auf dem Weg der Besserung und hat seine Strategie radikal geändert? Wurden nicht die größten Rechtsunsicherheiten wie der Hypothekenstreit in den USA beigelegt? Beide Fragen sind mit einem klaren Ja zu beantworten. Allerdings sieht das Chartbild derzeit grauenhaft aus.

Gründe dafür gibt es gleich mehrere: Die Zahlen zum abgelaufenen Quartal fielen schlechter aus als erwartet, vor allem der Rückgang der Erträge enttäuschte. Im einstigen Vorzeigesegment, dem Investmentbanking, musste man auch Federn lassen. Und die Mehrheit der Analysten ist negativ gestimmt.

Betrachtet man die Argumente allerdings genauer, schwächen sie sich ab. Ja, die Erträge gingen im zweiten Quartal tatsächlich zurück. Allerdings ist das nicht verwunderlich, nachdem zahlreiche Kunden wegen der Unsicherheit um den Bestand der Bank im vergangenen Herbst das Weite suchten. Die Mehrheit der Analysten und auch der eigene Vorstand rechnet damit, dass der Konzern einen Großteil der Kunden zurückgewinnen kann. Das dauert, besonders bis sich das in den Zahlen niederschlägt. Außerdem zog sich die Bank aus etlichen Ländern zurück und stellte mit mehreren Kunden die Geschäftsbeziehungen ein. Das ist auch einer der Gründe für die Flaute im Investmentbanking. Ein anderer Faktor ist sind die wenig volatilen Märkten in den vergangenen Monaten. Damit hatte auch die US-Konkurrenz wie beispielsweise Goldman Sachs zu kämpfen.

Jetzt zählt es

DER AKTIONÄR traut dem Management der Deutschen Bank mehr zu als der Großteil der Analysten. Mehrere ungünstige Faktoren vermiesten zuletzt das Geschäft. Vor allem die geplante Wiedereingliederung der Postbank sollte das Geschäft jedoch weniger volatil und stabiler machen. Damit kann der Konzern eigentlich nur noch überraschen

Charttechnisch verschlechtert sich die Lage bei der Aktie dagegen von Tag zu Tag. Aktuell notiert der Kurs mit 13,89 Euro genau auf dem Ausbruchsniveau vom vergangenen Dezember. Damals schoss die Notierung nach oben, da sich eine Einigung im milliardenschweren US-Hypothekenstreit abzeichnete. Hält die Unterstützung nicht, droht ein Abrutschen bis zur nächsten Haltelinie um 12,50 Euro, was dem Stoppkurs des AKTIONÄR entspricht. Nach dem starken Rückgang in den letzten Wochen, wäre jedoch auch eine massive Gegenbewegung nicht ungewöhnlich. Die nächste Hürde in diesem Fall wäre die Marke von 14,76 Euro. Derzeit bietet sich kein Neueinstieg an. Wer bereits investiert ist, beobachtet die genannten Chartmarken genau und beachtet den Stopp bei 12,50 Euro.

 

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| Nikolas Kessler | 0 Kommentare

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