Deutsche Bank
- Nikolas Kessler - Redakteur

Deutsche Bank: Dickes Plus zum Jahresstart

Mit einem Plus von rund einem Prozent gehört die Aktie der Deutschen Bank am Montag zu den Top-Gewinnern im DAX. Damit trotzt sie nicht nur dem schwachen Leitindex, sondern auch einem negativen Analystenkommentar. Nach der Erholung von den jüngsten Tiefstständen in der Vorwoche sieht Merrill Lynch noch Luft nach unten.

Die US-Investmentbank hat das Kursziel für Deutsche Bank von 8,00 auf 7,00 Euro gesenkt und die Einstufung auf „Underperform“ belassen. Die Erträge seien seit 2014 um fünf Milliarden Euro gesunken, während der Kapitalbedarf hoch und die Profitabilität gering bleibe, schrieb Analyst Andrew Stimpson zur Begründung. Inmitten der Umstrukturierungen sei 2019 bei der Ertragssituation noch nicht mit Besserung zu rechnen.

Anhaltende Divergenz in Europa

Positiver bewertet Stimpson die Lage bei den Schweizer Banken Credit Suisse und UBS. Diese hätten ihr Investmentbanking verschlankt, die Erträge verbessert und investierten ihr Kapital nun verstärkt in die Vermögensverwaltung oder aber Rückflüsse an die Aktionäre in Form von Dividenden und Rückkäufen. Zwar hat er sein Kursziel für beide Institute ebenfalls leicht gesenkt, die Kaufempfehlungen jedoch bestätigt.

Bei der britischen Investmentbank Barclays rechnet der Analyst für das abgelaufene Jahr zwar mit dem höchsten Return on tangible equity (ROTE) seit 2012, angesichts des bevorstehenden Brexits und der ungewissen Profit-Entwicklung im Investmentbanking bestätigte er jedoch seine neutrale Haltung.

Lage beobachten

Ungeachtet des negativen Kommentars knüpft die Aktie der Deutschen Bank an ihre Gegenbewegung aus der Vorwoche an und legt am Montagnachmittag mehr als ein Prozent zu. Ausgehend vom jüngsten Rekordtief bei 6,68 Euro vom 27. Dezember hat die Aktie damit innerhalb weniger Handelstage rund 13,7 Prozent aufgeholt.

Im noch sehr jungen Jahr 2019 ist der Vorjahresverlierer aktuell mit plus 8,5 Prozent der größte DAX-Gewinner seit Jahresanfang. Das übergeordnete Chartbild bleibt jedoch schwach, hinzu kommen zahlreiche operative Herausforderungen. Die Aktie bleibt vorerst auf der Watchlist.

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