Deutsche Bank
- Werner Sperber - Redakteur

Deutsche Bank: EZB-Gewinner; Börsenwelt Presseschau IV

Für die Experten von Focus Money steht fest: Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), wird im laufenden Jahr 2015 zum wichtigsten Mann der Anleger. Trotz der wirtschaftlichen Schwäche in Europa steigen die Aktienkurse und das geschieht nur wegen der "ultralockeren Geldpolitik" von Draghi. Er sorgt einfach für immer neues Geld und wenn die EZB nun bald jede Art von Euro-Staatsanleihen kaufen würde, würde die bereits seit sechs Jahren andauernde Börsenrallye weiter Bestand haben. Wer mutig ist und an ein glückliches Ende des Griechenland-Krimis glaubt, der sollte Finanztitel kaufen. Die Portfolios solcher Finanzunternehmen sind voll mit Staatsanleihen, welche die EZB kaufen könnte. Die Banken und Versicherungen machen dabei wohl ein gutes Geschäft, denn die EZB dürfte mehr zahlen, als diese Papiere jetzt wert sind. Die Problemstaaten wiederum können noch mehr Schulden machen und mehr Geld ausgeben, weil die Kredite und Anleihen in dem von der EZB erzeugten Umfeld der Null-Zinsen derzeit eben zu niedrigen Zinsen zu haben sind. "Die Bonität am Kapitalmarkt verbessert sich. Folge: Es setzt ein Run auf die letzten noch einigermaßen hochverzinslichen Staatsanleihen im Euro-Raum ein. Das hebt den Wert der Portfolios von Banken und Versicherungen weiter." Die Banken erhalten zudem noch immer Geld von der EZB zu Spottpreisen. Die Deutsche Bank AG hat nur mehr 200 Millionen Euro an griechischen Schuldpapieren im Depot und könnte deshalb sogar einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone, einen sogenannten Gr-Exit, verkraften. Das Investmentbanking läuft wieder besser und das Geschäft mit Firmenkäufen und Firmenzusammenschlüssen nimmt zu. Zudem hat der Vorstand eine neue Strategie, um den Buchwert der Aktie zu erhöhen, die ohnehin eine der am günstigsten bewerteten Aktien des Sektors ist. Der Gewinn je Aktie dürfte von 1,92 im vergangenen Jahr 2014 auf 2,87 Euro im laufenden Jahr 2015 steigen, was Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 13 beziehungsweise 8 entspräche. Die Dividendenrendite beträgt 3,0 Prozent und das Kursziel 35 Euro.

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