Deutsche Bank
- Nikolas Kessler - Redakteur

Update: Deutsche Bank bestätigt Jahresziele + Aussicht auf frisches Geld

Das Scheichtum Katar erwägt laut einem Pressebericht die Aufstockung seines Anteils an der Deutschen Bank. Über zwei Holdings hält die Herrscherfamilie al Thani bereits 6,1 Prozent der Anteile, hinzu kommen Derivatepositionen. Auch der Staatsfonds QIA könnte nun einsteigen. Die Aktie reagiert am Montagmorgen positiv auf die Meldung.

„Wir werden in Deutschland in eine große Finanzinstitution investieren“, sagte Yousuf Mohamed Al-Jaida, Vorstandschef des staatlichen Qatar Financial Center, dem Handelsblatt. „Das wurde am Rande des Doha Forums besprochen und wird in Kürze bekanntgegeben“, ergänzte er.

Den Namen des Unternehmens wollte Al-Jaida zwar nicht nennen, er bestätigte aber, dass es sich um ein Institut handele, an dem Katar bereits beteiligt sei. Dass Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing als einziger Top-Manager eines deutschen Konzerns an der Veranstaltung in Doha teilgenommen hat, deute klar auf die Deutsche Bank hin, heißt es in dem Bericht. Zuvor hatte Katar bei einer Investmentkonferenz Investitionen in Höhe von zehn Milliarden Dollar in die deutsche Wirtschaft angekündigt.

Einfluss würde weiter wachsen

Beteiligen könnte sich demnach nun der Staatsfonds Qatar Investment Authority (QIA). Neben der 6,1-prozentigen Beteiligung über zwei Holdinggesellschaften hält die katarische Herrscherfamilie al Thani noch Derivatepositionen, sodass ihr privater Anteil auf rund neun Prozent geschätzt wird. In Summe ist man damit bereits jetzt der größte Einzelaktionär der Deutschen Bank.

Während Katar seinen Anteil ausbauen möchte, will der chinesische Mischkonzern HNA die Beteiligung von zuletzt 7,6 Prozent so schnell wie möglich abstoßen. Über eine spezielle Finanzstruktur und den Vermögensverwalter C-Quadrat hält HNA zwar nur 1,01 Prozent der Aktien, hat darüber hinaus jedoch Zugriff auf 6,63 Prozent der Stimmrechte.

Während die Chinesen dem Bericht zufolge auch mit aktivistischen Investoren über einen Verkauf der Anteile sprechen, könnte Katar die Rolle als Ankerinvestor durch den Ausbau der Beteiligung festigen.

Ziele für 2018 bestätigt

Während sich das Institut zum möglichen Einstieg von QIA zunächst nicht äußern wollte, hat Finanzvorstand James von Moltke am Sonntag die Jahresziele für 2018 bestätigt. Diese sehen unter anderem Kostensenkungen und Stellenstreichungen sowie den ersten Jahresgewinn seit dem Jahr 2014 vor.

Im Schlussquartal rechnet er beim Umsatz jedoch mit Einbußen wegen der jüngsten Durchsuchungen durch die Ermittlungsbehörden im Zusammenhang mit neuen Geldwäsche-Vorwürfen. Im ohnehin schwachen Gesamtmarkt sei die die Razzia erlösseitig „nicht hilfreich“ gewesen, so der CFO gegenüber Bloomberg. Die negativen Effekte würden sich seiner Meinung nach aber bald verflüchtigen, da die erste negative Marktreaktion übertrieben gewesen sei.

Auf der Watchlist

Der Aktie der Deutschen Bank liefert die Aussicht darauf am Montagmorgen zunächst positive Impulse. Im vorbörslichen Handel notiert sie mit einem Plus von rund zwei Prozent an der DAX-Spitze. Nachdem in der Vorwoche ein neues Rekordtief erreicht wurde, präsentiert sich das Chartbild jedoch weiterhin schwach. Die Aktie steht derzeit nicht auf der Empfehlungsliste des AKTIONÄR.

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