Deutsche Bank
- Fabian Strebin - Redakteur

Deutsche Bank: Analysten sind sich einig

Die Aktie der Deutschen Bank hat seit Jahresbeginn 3,5 Prozent an Wert eingebüßt, während die Titel der Commerzbank mit einem Plus von mehr als 54 Prozent die beste Performance unter den großen europäischen Bankaktien aufweisen. Doch woran liegt es, dass sich die Deutsche Bank wesentlich schlechter als die Commerzbank entwickelt hat? Ein Grund dürfte die negative Haltung der Analysten gegenüber der Deutschen Bank sein, ein weiterer das eingetrübte Chartbild.

Während von insgesamt 26 Experten, die die Aktie der Commerzbank beobachten, nur 5 Verkaufen würden, sind es bei den Deutsche-Bank-Papieren von 34 Analysten 15. Einer der Skeptiker ist Piers Brown von der australischen Bank Macquarie. Er schreibt: „Das Versagen der Bank, verlorenen Boden im Investmentbanking gut zu machen, war die größte Enttäuschung im zweiten Quartal“. Brown hat das Kursziel von 16,50 auf 12,50 Euro gesenkt und seine Empfehlung von „Neutral“ auf „Underperform“ geändert. Erst vor wenigen Wochen hatte er die Aktie von „Outperform“ herabgestuft.

Im zweiten Quartal habe die Deutsche Bank im Handelsgeschäft Marktanteile verloren, so Brown. Beim Handel mit Aktien sei der Rückgang stärker ausgefallen als bei der Konkurrenz. Ebenfalls geringere Marktanteile vermutet er im Geschäft mit Anleihen, Rohstoffen und Währungen. Zudem bemängelt er, dass die Vermögensverwaltung im ersten Halbjahr 2017 nur halb so viel neues Kapital einsammeln konnte, wie im vierten Quartal des Vorjahres abfloss.

Mittelfristig aussichtsreich, aber Chart angeschlagen

DER AKTIONÄR teilt die skeptische Meinung der Analysten zur Aktie der Deutschen Bank nicht. Fakt ist, dass der Konzern im Herbst 2016 durch den Hypothekenskandal in den USA etliche Kunden verloren hat. Nach Aussage des Vorstandes bei der Präsentation der Zahlen zum abgelaufenen Quartal würden viele wieder zur Bank zurückkommen. Allerdings dauere es etwas, bis sich das in der Bilanz niederschlage. Durch steigende Zinsen in der Eurozone sollte die Deutsche Bank vor allem wegen der Reintegration der Postbank mittelfristig indes profitieren können.

So aussichtsreich die Aktie der Deutschen Bank mittelfristig auch ist, vorerst bietet sich kein Neueinstieg ein. Denn der Kurs hat seit Bekanntgabe der Quartalszahlen am 27. Juli den Rückwärtsgang eingelegt, das Chartbild ist angeschlagen. Derzeit versucht die Notierung den Widerstand bei 14,70 Euro zu knacken. An dieser Marke drehte der Kurs zuletzt mehrmals wieder nach oben. Gelingt hier der Ausbruch, kommt als nächstes die 200-Tage-Linie bei 15,67 Euro in Sicht. Anleger sollten mit dem Kauf der Aktie abwarten, bis der Kurs diese Hürde nachhaltig überwindet. Der Stopp verbleibt bei 12,50 Euro.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Nikolas Kessler | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Cryan unter Beschuss

Unter den Aktionären der Deutsche Bank wächst die Unzufriedenheit mit Vorstandschef John Cryan. In den zwei Jahren an der Spitze des Instituts habe er „schlicht zu wenig“ verändert, kritisiert ein anonymer Top-Aktionär. Die Rückkehr auf den Wachstumspfad trauen sie dem Institut unter Cryan offenbar … mehr