Deutsche Bank
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Deutsche Bank-Aktie: Es wird nicht besser

Die Aktie der Deutschen Bank hat – nachdem sie zwischenzeitlich sehr gefragt gewesen ist – ein wenig an Schwung verloren. Dem x-ten Nackenschlag von Analystenseite folgt jetzt ein weiterer Kommentar. Wirklich besser wird dadurch allerdings nichts. Weiterhin ist das Papier in Expertenkreisen alles andere als ein "Kauf". Ein Update.

Händler sprechen heute von einer neuen „Risk-on“-Stimmung am Aktienmarkt, entfacht von der Hoffnung auf eine Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China. Von dieser neuen Risikobereitschaft würden vor allem Zykliker und als risikobehaftet eingeschätzte Aktien profitieren. Darunter: Die Aktie der Deutschen Bank. Ohne positive Begleitmusik – in den Tagen zuvor wurde die Aktie getrieben von Fusionsgerüchten und guten Zahlen der US-Wettbewerber Goldman, Citi und BoA – steigt die Aktie der Deutschen Bank um beinahe drei Prozent, zählt damit zu den größten Gewinnern im DAX.

Während die einen auf die neue Risikobereitschaft verweisen, äußert sich ein Analysehaus ganz konkret zu den weiteren Aussichten der Deutschen Bank. RBC hat sich des Papiers in einem aktuellen Update noch einmal angenommen. Und sich mit einem möglichen Fusionsszenario Deutsche Bank/Commerzbank beschäftigt. Schlussfolgerung: Es gibt keine konkreten Pläne. Die Skepsis der Aufsichtsbehörden bedeute zwar kein Aus, aber es gäbe auf der anderen Seite eben auch wenig Konkretes, über das zu entscheiden wäre. Eine Fusion der Deutschen Bank mit einem ausländischen Konkurrenten bewertet RBC übrigens ebenfalls als "sehr unwahrscheinlich". Ziel: 7,50 Euro. Einschätzung: "Underperform". 

Dieser Negativ-Kommentar ist nur der aktuellste von vielen. Weitere Einschätzungen seit Jahresbeginn:

UBS | Kursziel: 7,80 Euro | Einschätzung: „Neutral“

Independent Research | Kursziel: 7,00 Euro | Einschätzung: „Verkaufen“

Morgan Stanley | Kursziel: 8,00 Euro | Einschätzung: „Underweight“

Merrill Lynch | Kursziel: 7,00 Euro | Einschätzung: „Underperform“

Der Grundtenor der Kommentare: Negativ. RBC-Analystin Anke Reingen sprach in ihrem Kommentar vom 10. Januar davon, dass die Deutsche Bank unter den europäischen Investmentbanken das „geringste Potenzial“ biete. Morgan Stanley-Analystin Giulia Aurora Miotto empfahl Anlegern, sich sowohl bei der Deutschen Bank als auch bei der Commerzbank auf „negative Überraschungen“ einzustellen.

Offenbar überwiegt heute am Markt die positive Stimmung und kompensiert Kommentare wie diese. Neben der Aktie der Deutschen Bank zählt auch das Papier der Commerzbank zu den großen Gewinnern in Frankfurt. Sie klettert um über drei Prozent nach oben.

Update: Nach der RBC hat sich jetzt auch die Schweizer Credit Suisse zur aktuellen Entwicklung bei der DEutschen Bank geäußert. In einem ebenfalls heute veröffentlichten Studienupdate schreibt Analyst Jon Peace, er rechne weiterhin mit einer "baldigen Fusion" von Deutscher Bank und Commerzbank. Das Kursziel hat er dennoch von zuvor 9 auf jetzt 8,50 Euro gesenkt und die Einschätzung mit "Neutral" bestätigt.

Dieser Beitrag ist dem heutigen Börsen.Briefing. entnommen – dem neuen täglichen Newsletter des Anlegermagazins DER AKTIONÄR.

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