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- Michael Schröder - Redakteur

DAX und Co vor wichtiger EZB-Ratssitzung: Das müssen Anleger jetzt wissen!

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Zins quasi abgeschafft und Strafgebühren für Bankeinlagen eingeführt. Die Notenbänker fluten die Märkte mit billigem Geld und kaufen umstrittene Kreditpakete. Trotzdem ist die Inflation im Euroraum gefährlich niedrig und die Konjunktur lahmt. DAX und Co notieren dagegen auf Rekordniveau. Was passiert auf der heutigen EZB-Ratssitzung?

Die Inflation im Euroraum bleibt derzeit bedenklich niedrig - trotz der extrem lockeren Geldpolitik der Notenbank. Seit Monaten liegt die Teuerung im Euroraum deutlich unter der EZB-Zielmarke von knapp 2,0 Prozent. Im November sank sie auf 0,3 Prozent. Was Verbraucher freut, macht die EZB nervös: Sie fürchtet das Abrutschen in eine Deflation - eine Spirale aus rückläufigen Preisen und schrumpfender Wirtschaft.

EZB-Chef Mario Draghi betont immer wieder die Entschlossenheit der Notenbank, sich mit allen denkbaren Mitteln gegen einen Preisverfall zu stemmen. Erst kürzlich versprach er: "Wir werden tun, was wir müssen, um die Inflation und die Inflationserwartungen so schnell wie möglich anzuheben." Das wurde am Markt als Ankündigung für eine „Quantitative Lockerung" ("Quantitative Easing", QE) verstanden. "Breit angelegte Anleihekäufe der Notenbank sind wohl nur noch eine Frage der Zeit", meint Commerzbank Ökonom Christoph Weil.

Was steckt dahinter? Bei QE drucken sich Zentralbanken quasi selbst Geld, um damit in großem Stil Wertpapiere zu kaufen. Über den Erwerb von Unternehmens- oder Staatsanleihen sollen langfristige Zinsen gesenkt werden. Zudem wird zusätzliches Geld ins Bankensystem geschleust, das die Institute wieder anderweitig - etwa in Form neuer Kredite – verwenden können. Das soll die Konjunktur in Schwung bringen. Die Menge (Quantität) des Zentralbankgeldes nimmt zu, daher der Begriff "Quantitative Lockerung". Verkäufer der Anleihen sind beispielsweise Banken.

Aktuell versucht die EZB noch die Banken über den Kauf von Pfandbriefen und Kreditpaketen zu entlasten, um die lahmende Kreditvergabe anzukurbeln. Gelingt das nicht wie geplant, könnten breit angelegte Anleihenkäufe folgen - doch die sind umstritten. Ökonom Carsten Brzeski von der ING-Diba bezweifelt, dass QE ein Allheilmittel für die Krise im Euroraum wäre: "Wir glauben, dass der Effekt von Unternehmens- oder Staatsanleihenkäufen auf die Wirtschaft unsicher ist. Sicher ist nur, dass der Euro weiter fallen würde."

DAX und Co steigen dagegen: „Die Hoffnung auf weitere Anleiheaufkäufe durch die EZB und die Angst vor Minuszinsen auf Spareinlagen treiben die Anleger in Aktien“, so Kapitalmarktstratege Oliver Roth von der Investmentbank Close Brothers Seydler.
Der DAX ist zuletzt ohne groß Luft zu holen an die magische Marke von 10.000 Punkten gestiegen. Es bleibt aber abzuwarten, ob der Leitindex auch diese Hürde im ersten Anlauf nehmen wird.

Eine Entscheidende Rolle dürften dabei die Aussagen von Draghi und Co auf der heutigen EZB-Ratssitzung haben. Um 14 Uhr wird der geldpolitische Rat sein Sitzungsergebnis bekannt geben.

Das Fazit für den DAX bleibt: Anleger sollten ein positives Signal abwarten, bevor sie sich auf die Long-Seite begeben, und mit einem Stopp-Buy-Limit bei 10.065 Punkten (10,93 Euro) beim Turbo-Long mit der WKN DG2 NBW agieren. Dieses Kauflimit wurde auch im Real-Depot vom AKTIONÄR platziert.

(Mit Material von dpa-AFX)

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