DAX
- Thomas Bergmann - Redakteur

DAX nach EZB-Entscheidung im freien Fall

Die Europäische Zentralbank hält an ihrer Niedrigzinspolitik fest und verschiebt eine mögliche Zinserhöhung mindestens auf die zweite Jahreshälfte 2020. Anlass sind die konjunkturellen Risiken in der Eurozone. An der Börse kommt die Entscheidung nicht gut an: Der DAX fällt zeitweise um 160 Zähler.

Wie EZB-Präsident Mario Draghi am Nachmittag mitteilte, bleibt der Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von null Prozent. Auch an den 0,4 Prozent Strafzinsen, die Banken zahlen müssen, wenn sie Geld bei der EZB parken, rüttelt die Notenbank weiterhin nicht. Zinserhöhungen, wie sie von vielen Seiten schon gefordert werden, sind frühestens im dritten Quartal 2020 angedacht.

Geldspritze für Banken

Bereits beschlossen sind zudem neue Geldspritzen für Banken. Von September 2019 bis März 2021 stellt die EZB jeweils zweijährige Kredite zu besonders günstigen Konditionen zur Verfügung - sogenannte TLTRO. Ziel ist, die Kreditvergabe zu beflügeln und so Wirtschaftswachstum und Inflation anzuschieben.

Die Hoffnung der Finanzbranche auf eine Entlastung beim Strafzins erfüllte sich nicht. Die Geschäftsbanken forderten wegen der immensen Kosten der Negativzinsen - nach Branchenangaben allein im vergangenen Jahr rund 7,5 Milliarden Euro im Euroraum - eine Staffelung des Strafzinses oder Freibeträge.

DAX

Gewinnmitnahmen

Auf die Entscheidung der EZB hin nehmen die Anleger erst einmal Gewinne mit. Die Entscheidung mit wachsenden Risiken für die Konjunktur zu begründen, sorgt offensichtlich bei vielen für Unbehagen. Andererseits bleiben Aktien die einzige sinnvolle Anlagealternative.

DER AKTIONÄR wartet zunächst einmal ab, wie der Markt die EZB-Entscheidung einordnet. Aus technischer Sicht wäre ein Rückfall unter 12.000 kein gutes Zeichen. Andererseits gibt es zu Aktien keine Alternativen.

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