DAX
- Jochen Kauper - Redakteur

DAX-Crash: Sind die guten Aktienjahre vorbei?

Der DAX geht ordentlich in die Knie. Groß ist die Angst vor einem abgleiten in die Rezession in Europa sowie steigenden Zinsen in den USA. „Noch ist die Zinswende nicht da. Zunächst beendet die amerikanische Fed ihr Anleihenaufkaufprogramm. Voraussichtlich in sechs bis neun Monaten dürfte die erste Zinserhöhung seit 2006 erfolgen und damit eine historische Phase äußerst niedriger Zinsen zu Ende gehen“, sagt Marco Herrmann von der FIDUKA Depotverwaltung.

Rückblick

Die Zinswende kommt. Da führt kein Weg daran vorbei. Nur, wie werden die Märkte drauf reagieren? „Allerdings muss man einschränken, dass die aktuelle Geldpolitik mit ihren vielen unorthodoxen Maßnahmen nur teilweise mit früheren Zyklen vergleichbar sein kann. Die Schwarzmaler an der Börse ziehen gerne das Jahr 1994 heran und warnen vor einer Korrektur bei Anleihen und Aktien. Zugegeben, 1994 war kein gutes Anlagejahr. Die für den Markt überraschend erfolgten Zinserhöhungen von drei Prozent auf sechs Prozent haben Unruhe gebracht. Der Dow Jones ist innerhalb weniger Wochen um 10 Prozent gefallen. Der Spuk war aber schnell wieder vorbei und die amerikanische Leitbörse erreichte neue Höchststände“, sagt Herrmann.

Zinsen steigen langsam

Dennoch: „Insbesondere aufgrund des weiterhin recht fragilen globalen Finanzsystems und der vergleichsweise niedrigen Inflationsraten wird man wohl eher langsam an der Zinsschraube drehen. An deutlich höheren Zinsen haben auch die USA kein Interesse, denn trotz vieler Fortschritte bei der Bewältigung der Finanzkrise beträgt ihre Staatsverschuldung immer noch rund 100 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung“, ergänzt der Experte.

Seitwärtstrend voraus?

Nur, wie reagieren Anleger auf Zinswenden? „Die Kurse tendierten, mehr oder weniger schwankend, eher seitwärts, setzten aber nach wenigen Monaten ihren Aufwärtstrend fort. Viel wichtiger als die Zinsen sind die Konjunkturentwicklung und damit die Gewinnaussichten der Unternehmen. Solange keine größeren Inflationssorgen am Horizont auftauchen und die Geldpolitik nicht gegensteuern muss, können die Anleger unbesorgt sein“, ist sich Marco Herrmann sicher.

Positive Auswirkungen

Der DAX ist in den letzten Tagen deutlich in die Knie gegangen. Wie wird es jetzt weiter gehen? „Es ist durchaus möglich, dass die Aktienmärkte noch etwas konsolidieren. Die massive Abschwächung des Euro in den letzten Monaten - sogar schwächer als der japanische Yen! - wird sich bald positiv in den Quartalsberichten der Unternehmen zeigen. Wie üblich wird die Börse diese Entwicklung vorweg nehmen“, fasst Marco Herrmann zusammen.

 

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

Schlafwagenbörse - schlechtes Zeichen für den DAX?

Aus Trader-Sicht ist der DAX ein einziges Trauerspiel. Seit beinahe zwei Monaten pendelt das wichtigste deutsche Aktienbarometer zwischen 12.500 und 12.900 Punkten - zuletzt hat sich die Range noch enger zusammengezogen. Anleger müssen wahrscheinlich noch etwas geduldig sein, bis ein stärkerer Move … mehr
| DER AKTIONÄR | 0 Kommentare

Einfach reich? So geht es! Wie Sie entspannt an der Börse ein Vermögen aufbauen +++ Amazon.com - Frontalangriff: Jeff Bezos schnappt sich Whole Foods +++ FANG-Aktien: Das Ende der Party bei Facebook und Co?

Entspannt an der Börse ein Vermögen aufbauen geht nicht? Von wegen! Seit 1982 haben Aktien im Schnitt eine Rendite von 9,5 Prozent pro Jahr erzielt. Wie viel Überzeugungsarbeit muss eigentlich noch geleistet werden, damit Aktien endlich nicht mehr als Teufelszeug, sondern als gute Altersvorsorge, … mehr
| Thomas Bergmann | 1 Kommentar

Ölpreis-Schock - DAX-Crash voraus?

Die Freude über ein neues Allzeithoch beim DAX ist schon wieder Geschichte. Stattdessen besteht die Gefahr, dass der deutsche Leitindex die Marke von 12.700 Punkten wieder unterschreitet. Auslöser des jüngsten Rücksetzers ist ein stark fallender Ölpreis, was wiederum Konjunkturängste schürt. mehr