DAX
- Michael Schröder - Redakteur

DAX-Check: Schwarzer Freitag oder Gegenbewegung voraus?

DAX und Co fuhren am Donnerstag Achterbahn. Am Morgen ging es zunächst kräftig nach oben. Auslöser war das Fed-Protokoll vom September, das am Vorabend veröffentlicht worden war. Daraus leiteten die Börsianer ab, dass in den USA eine Leitzinserhöhung vorerst kein Thema ist. Am Nachmittag machten sich in Deutschland wieder die Rezessionsängste breit. Nun rückt im DAX die wichtige Unterstüzung bei 8.900 Punkten in den Fokus.

Die US-Börsen drehen nach dem Kurssprung von gestern heute auch wieder tief ins Minus, auch weil der Chef der regionalen Notenbank von St. Louis, James Bullard, weiterhin im ersten Quartal 2015 eine erste Leitzinserhöhung erwartet. Im Gegensatz zu Bullard rechnen die Märkte erst Mitte 2015 mit einem solchen Schritt. Anleger fürchten, dass das schwächelnde Wachstum in Europa auch die US-Wirtschaft in Mitleidenschaft ziehen könnte, wenn die Fed ihre konjunkturstützenden Anleihekäufe beendet.

Momentan treffen an der Börse zwei Lager aufeinander: Die Bären schauen auf die Wirtschaftsdaten, die belegen, dass sich das globale Wachstum wieder abschwächt. Auf der anderen Seite stehen die Bullen, die unverändert darauf hoffen, dass die großen Notenbanken die notwendigen Impulse für anhaltendes Wirtschaftswachstum geben.

Wer in den nächsten Wochen die Oberhand behält, ist noch unklar. Derzeit schwingen aber die Bären das Zepter. Das sieht man auch an der noch jungen Berichtssaison in Deutschland. Wie bereits in der letzten Quartalen werden die Aktien der Gesellschaften abgestraft, sobald sie minimal enttäuschen. Untermauert wird dies durch die jüngste Kursentwicklung bei Südzucker und Gerresheimer. Auch im TecDAX gab es bei Einzelwerten heute mitunter wieder große Kursverluste.

Im späten Handel rutschte der Leitindex weiter unter die 9.000-Punkte-Marke ab. Aus technischer Sicht könnte der DAX am morgigen Freitag nach den Tiefs bei 8.913 und 8.903 Punkten im dritten Anlauf die wichtige Unterstützung bei 8.900 Zählern durchbrechen. Damit würde der Leitindex ein massives Verkaufssignal generieren - und der DAX seine Talfahrt nocheinmal beschleunigen. Wo die nächsten Ziele auf der Unterseite liegen und wo sich möglicherweise eine Rebound-Spekulation lohnt, erfahren Anleger morgen wie gewohnt an dieser Stelle. 

(Mit Material von dpa-AFX)

 

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