DAX
- Michael Schröder - Redakteur

DAX-Check: EZB-Fantasie sticht Griechenland-Sorge (vorerst) aus

Der DAX fährt weiter Achterbahn: Nachdem der Leitindex am Montag kräftige Verluste aufgrund der unklaren Lage in Griechenland hinnehmen musste, konnte er nach der Stabilisierung am Dienstag am Mittwoch wieder Gewinne erste einfahren. Heute dürfte es zunächst weiter nach oben gehen.


Die Anleger sind weiter hin- und hergerissen zwischen der Hoffnung auf Konjunkturhilfen durch die Europäische Zentralbank (EZB) und einer Fortsetzung der lockeren Zinspolitik in den USA sowie den Sorgen um die Zukunft Griechenlands und den Folgen des Ölpreis-Verfalls.

Derzeit spielen die Anleger aber wieder die EZB-Karte. Dabei erwarten sie, dass die Europäische Zentralbank auf ihrer Sitzung am 22. Januar ein Wertpapierkaufprogramm (QE) bekannt geben wird. Die Spekulationen auf eine Ausweitung der ohnehin schon ultra-lockeren Geldpolitik der EZB könnten den DAX weiter nach oben getrieben.

Vom US-Arbeitsmarkt gibt es gute Nachrichten: Die amerikanische Wirtschaft hat im Dezember mehr Jobs geschaffen als erwartet. Die Zahl der neuen Stellen stieg um 241.000, wie der private Arbeitsvermittler ADP gestern erklärte. Volkswirte hatten lediglich mit 226.000 Stellen gerechnet, nach einem Plus von revidiert 227.000 im Vormonat. Die ADP-Zahlen liefern Hinweise auf den monatlichen Arbeitsmarktbericht der Regierung. Ihr Bericht für Dezember wird an diesem Freitag (9. Januar) veröffentlicht. Ökonomen rechnen auch hier mit einem abermals robusten Stellenaufbau. Aus dem am gestrigen Abend veröffentlichten Protokoll der Fed-Zinssitzung vom Dezember haben Experten aber geschlossen, dass es die Notenbank mit der erwarteten Zinsanhebung in den USA weiterhin nicht eilig hat.

Was bedeutet das für den DAX? Nach der rasanten Talfahrt zu Wochenbeginn wurde die wichtige charttechnische Unterstützung bei 9.438 Punkten vorerst verteidigt. Setzen sich nun die Bullen durch und treiben den DAX über 9.625 Punkte, dürfte es schnell weiter Richtung 9.700 und 9.790 Zähler gehen. Rutscht der Leitindex aber wieder unter die Unterstützung bei 9.438 ab, könnte dies zu weiteren Abgaben bis auf 9.350 Punkten führen.

DER AKTIONÄR wartet eine eindeutige Richtungsentscheidung ab und bleibt vorerst an der Seitenlinie.

(Mit Material von dpa-AFX)

 

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