DAX
- Michael Schröder - Redakteur

Diese Woche hat es in sich: Noch mehr EZB-Milliarden und Zahlenflut im DAX - das müssen Anleger jetzt wissen!

Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), hat seine viel zitierte Bazooka wieder ausgepackt und damit den Startschuss für die Jahresendrallye gegeben. Spekulationen auf noch mehr billiges Geld könnten den DAX auch in der neuen Woche befeuern. Allerdings dürfte sich die Aufmerksamkeit nun stärker in Richtung der Quartalsberichte verlagern. Zudem steht nach der Sitzung der EZB am vergangenen Donnerstag auch in den USA die nächste Zinsentscheidung an.

„Der EZB-Rat ist gewillt und in der Lage zu handeln, indem er alle Instrumente nutzt”, so Draghi auf der Pressekonferenz am vergangenen Donnerstag. Damit öffnete Europas oberster Währungshüter die Tür für eine mögliche Ausweitung des Anleihekaufprogramms. Die die EZB dürfte auf ihrer Sitzung am 3. Dezember eine Aufstockung ihrer aktuellen Wertpapierkäufe von monatlich 60 Milliarden Euro um zehn bis 20 Milliarden Euro ab Januar ankündigen. Zudem sollte auch die Begrenzung des Kaufprogramms bis „September 2016“ auf „unbefristet“ geändert werden.

Bei aller Euphorie, darf man aber die warnenden Worte der Kritiker nicht außer Acht lassen. „Alles in allem behält die derzeitige Geldpolitik ihren Pferdefuß: Ein weiteres Anwerfen der Notenpresse ist kaum erfolgversprechend, da es auf die rohölpreisbedingt niedrige Inflationsrate keinen Einfluss hat“, erklärt Dr. Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe. „Die Realwirtschaft bleibt außen vor, da günstige Finanzierungsbedingungen nicht über trübe Absatzperspektiven trösten. Unter dem Strich dürfte die EZB also in erster Linie die Regierungen glücklich machen. Dies bedeutet aber auch: Die negativen Nebenwirkungen der Geldpolitik werden größer“, führt der Volkswirt aus. Die großen Pessimisten sehen die gegenwärtige Geldpolitik der Zentralbanken bereits als die Vorbereitung der nächsten Finanzkrise.

Ein Blick auf die Charts von DAX und Co macht aber klar: Draghi hat mit seiner Bazooka einmal mehr voll ins Schwarze getroffen. Im Anschluss folgte die Kettenreaktion, die den heimischen Aktienmärkte schon einen dynamischen Jahresauftakt beschert hatte. Der Euro ging in die Knie. Die Aktienmärkte haussierten. Der DAX nimmt Kurs auf die 11.000-Punkte-Marke – und liegt seit Jahresanfang rund zehn Prozent im Plus.

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In der kommenden Handelswoche nimmt die Berichtssaison richtig Fahrt auf. Allein 22 Mitglieder aus DAX, MDAX, TecDAX und SDAX legen Zahlen vor. Vor allem den Quartalsberichten von den DAX-Konzernen BASF, Bayer, Deutsche Bank und Volkswagen stehen im Blickpunkt. Doch auch die Lufthansa, die Deutsche Börse und Fresenius samt Dialyse-Tochter FMC präsentieren Ergebnisse für ihr abgelaufenes Jahresviertel. Detaillierte Ausblicke auf ausgewählte Zahlen gibt es wie gewohnt an dieser Stelle.

Von Seiten der Konjunktur sind - abgesehen von den Ifo-Geschäftsklimadaten in Deutschland am Montag - die spannendsten Tage der Mittwoch und der Donnerstag. In den USA wird die Notenbank Fed zur Wochenmitte über die Leitzinsen entscheiden. Auch wenn die überwiegende Mehrheit der Experten davon ausgeht,dass die lang erwartete und gefürchtete Zinswende frühestens im Dezember kommt, genießt die Fed-Sitzung dennoch große Aufmerksamkeit. Am Donnerstag steht die erste Schätzung zum Wirtschaftswachstum der weltgrößten Volkswirtschaft im dritten Quartal im Mittelpunkt des Interesses.

Was sagt die Charttechnik? Der DAX hat in der vergangene Woche nahezu mühelos den Widerstand bei 10.512 Punkten geknackt. Auch das Juli-Tief bei 10.654 Zählern stellte keine wirkliche Herausforderung dar. In den nächsten Tagen ist deshalb ein Anlauf in Richtung 11.000 Punkte durchaus möglich. Allerdings warten hier mit der seit April gültigen Abwärtstrendlinie und dem 200-Tage-Durchschnitt deutlich höhere Hürden, die es zu überwinden gilt. Außerdem ist nach einem Anstieg um fast 1.000 Zähler mit vereinzelten Gewinnmitnahmen zu rechnen. Nach unten dient jetzt die 10.500 als Unterstützung. Die einzelnen Handelsmarken im Überblick gibt es hier.

(Mit Material von dpa-AFX)

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