Daimler
- Jochen Kauper - Redakteur

Daimler-Aktie: US-Verkaufszahlen klettern – Übernahme von Athlon – was macht die Aktie?

Die US-Verkaufszahlen des Autobauers Daimler kommen zur Jahresmitte wieder langsam in Fahrt. Die Stuttgarter verkauften im Juni 31.965 Fahrzeuge in den Vereinigten Staaten und damit 2,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Vor allem der Verkauf von SUV-Stadtgeländewagen zog kräftig an, Vans und Lieferwagen gingen ebenfalls besser weg. Bei den nach wie vor schwächelnden Limousinen sorgte die neue E-Klasse mit einem kleinen Absatzplus für einen Lichtblick.

Starkes drittes Quartal?

Daimler US-Chef Dietmar Exler erwartet nun "ein starkes drittes Quartal". Im ersten Halbjahr ging der Absatz allerdings insgesamt mit einem Minus von 0,5 Prozent noch leicht zurück.

Zukauf

Auf der anderen Seite hat Daimler mit einem milliardenschweren Zukauf sein Geschäft mit dem Management von Firmen-Fuhrparks etwa vervierfacht. Das niederländische Unternehmen Athlon Car Lease International werde für 1,1 Milliarden Euro übernommen, teilte Daimler am Freitag in Stuttgart mit.
Dabei geht es um die Bereitstellung und Verwaltung der Dienstfahrzeuge von Firmen, dies gilt als Wachstumsmarkt. Mit der Übernahme erschließe man sich "neue Absatzpotenziale, sowohl für Fahrzeuge als auch für Mobilitätsangebote von Daimler", sagte Daimler-Finanzchef Bodo Uebber.

Lukratives Geschäft

Auch andere Branchengrößen wie Volkswagen wollen den Ausbau von Dienstleistungen zu einer wichtigen Säule neben dem Autobau machen. Vorreiter ist Daimler beim Flottenmanagement nicht, Konkurrenten wie BMW sind hier längst stark vertreten.
Der Zukauf erfolgt über die Tochterfirma Daimler Financial Services, Verkäufer ist eine Tochter der niederländischen Rabobank. Für die Gültigkeit des Deals müssen noch die Kartellbehörden zustimmen.
Künftig umfasst das Daimler-Fuhrpark-Management unter der Marke Athlon rund 340.000 Autos und Vans, aktuell sind es nur 85.000. Der größte Markt für das Daimler-Geschäft werden zukünftig die Niederlande sein, der Heimatmarkt von Athlon. Dort werden es gut 100. 000 Fahrzeuge sein werden, in Deutschland knapp 90.000. Die Daimler-Dienstfahrzeuge für die eigenen Mitarbeiter sind in der Fuhrparksparte nicht inbegriffen, sie werden separat verwaltet.

 

Richtiger Schritt

Aus Sicht von Experten ist der Kauf von Athlon als strategischer Schritt grundsätzlich sinnvoll. "Das Fuhrpark-Management ist ein großer Wachstumsmarkt", sagte Willi Diez, Chef des Nürtinger Instituts für Automobilwirtschaft. Für die allermeisten Firmen sei die Verwaltung eigener Dienstwagen zu aufwendig. "Für die Firmen gehört das nicht zum Kerngeschäft, also wird das ausgelagert."
Dies sei auch insofern sinnvoll, als Autobauer dadurch den Absatz eigener Fahrzeuge ankurbeln können, sagt Diez. BMW habe schon seit Jahren gezeigt, dass das Fuhrpark-Management lukrativ sei.

BYD vor VW und Daimler

Die Daimler-Aktie legt seit einigen Tagen wieder zu. Und dennoch: Die interessanteste Wette im Autosektor ist VW. Das schlimmste sollte nach dem Abgas-Skandal im Kurs enthalten sein. Spannend ist auch das Papier von BYD. Damit setzen Anleger auf den Ausbau der Elektromobilität in China sowie auf die Tatsache, dass China seine heimischen Hersteller in Zukunft pushen wird. Was Daimler betrifft, so können Anleger auf dem aktuellen Niveau nach wie vor einen Fuß in die Tür stellen. Die Aktie trifft aktuell auf eine Unterstützung aus dem Jahr 2013! Wird der Aufwärtstrend im Anschluss bestätigt, kann die Position ausgebaut werden!

 (Mit Material von dpa-AFX).

 

 

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