Daimler
- Jochen Kauper - Redakteur

Daimler: Diesel-Gate, Elektromobilität, selbst fahrende Autos und Mobility-Services – viele Aufgaben für den neuen Chef

Daimler, Volkswagen und Co befinden sich in einer prekären Lage. Rund jedes zweite Auto in Deutschland ist mit einem Diesel ausgestattet. Das „Diesel-Paket“ in Form von Umtauschprämien und/oder Umrüstungen älterer Dieselautos könnten die deutschen Autobauer weitere Milliarden kosten. Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management rechnet mit rund 2,5 Millionen Fahrzeugen, die umgetauscht und nachgerüstet werden können.

6,0 bis 12,5 Milliarden Euro

Pro Auto könnte man einen Betrag zwischen 2.500 und 5.000 Euro veranschlagen. Das würde für die Autobauer Kosten in Höhe von 6 bis 12,5 Milliarden Euro bedeuten.
Auf den ersten Blick könnten die Autobauer auch diese Hürde meistern. Dennoch ist das Umfeld für BMW, Daimler und Volkswagen nicht gerade rosig. Milliarden werden in den nächsten Jahren in die Elektromobilität oder andere Antriebsformen wie Wasserstoff fließen. An selbst fahrende Autos wird weiter getüftelt und neue Mobilitätskonzepte müssen her.

Ola Källenius übernimmt ab Mai 2019
Daimler wird für diese Mammutaufgabe einen neuen Chef am Steuer haben. Auf der  nächsten Hauptversammlung im Mai 2019 wird Dieter Zetsche den Vorstandvorsitz an seinen Nachfolger Ola Källenius übergeben. „Källenius ist ein moderner, sehr offener Teamplayer. Er genießt große Sympathie „beim Daimler“. Er kenn das Unternehmen hervorragend, kann Technologien sehr gut einschätzen, weiß was „Premium“ und Performance bedeutet“, so die Einschätzung von Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut.
Klar ist: Källenius muss ordentlich auf die Tube drücken: „Dieselgate ist noch nicht abgearbeitet, die Elektromobilität braucht hohes Tempo, das autonome Fahren ist der nächste große Schritt nach dem Elektroauto und die Mobility-Services müssen ausgebaut werden“, sagt Autoexperte Dudenhöffer.

Trading-Position?
Ola Källenius st der richtige Mann für das neue Zeitalter bei Daimler. Gut möglich, dass mit der Bekanntgabe des Chefwechsels eine Art Wendepunkt bei der Aktie erreicht ist. Bei 54,50 Euro hat die Aktie eine starke Unterstützung. Hier hat das Papier immer wieder nach oben gedreht. Eine kleine Position ist auf diesem Niveau vertretbar. Der Stoppkurs sollte in der aktuellen Situation sehr eng (8 Prozent unter dem aktuellen Kurs) gesetzt werden.

 

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