Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Commerzbank und Deutsche Bank: Wieder Hoffnung im Griechenland-Poker - Aktien legen zu

Im griechischen Schuldendrama deutet sich in letzter Minute ein Kurswechsel der neuen Regierung in Athen an. Die Anleger freuen sich und greifen am Mittwochmorgen vor allem bei Bank-Aktien zu.

Athen will noch am Mittwoch einen Antrag für die Verlängerung des aktuellen Hilfsprogramms bei der Eurogruppe beantragen. Bisher wurde dies von der neuen griechischen Regierung strikt abgelehnt. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) reagierte zurückhaltend auf die Nachricht. An den Börsen wurde sie positiv aufgenommen: Der S&P-500-Index knackte in New York anschließend erstmals kurzzeitig die Marke von 2.100 Punkten.

Griechischen Medien zufolge strebt Athen eine Verlängerung um sechs Monate an, also bis Ende August. Ein Sprecher des Athener Finanzministeriums wollte die Berichte am Dienstagabend auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa weder bestätigen noch dementieren. Regierungskreise schlossen eine neue Sitzung der Eurogruppe nicht aus.

Wie die griechischen Medien weiter berichteten, wird Athen den Europartnern versprechen, keine Maßnahmen zu treffen, die zu zusätzlichen Defiziten führen. Athen sei zudem offen, weitere Zugeständnisse zu machen.

In dem mit dem Machtwechsel in Athen Ende Januar ausgebrochenen Streit verlieren die europäischen Partner zunehmend die Geduld. „Am 28., 24.00 Uhr, is over", stellte Bundesfinanzminister Schäuble am Dienstag in Brüssel klar. Auf die Ankündigung eines neuen Hilfsantrages reagierte am Abend mit großer Zurückhaltung. Der CDU-Politiker sagte im Heute Journal des ZDF, er habe dazu keine näheren Informationen. "Aber es gibt auch gar keine Kreditabkommen. Es ist ein Hilfsprogramm für Griechenland."

Ende des Euro wäre sehr schlecht für die Banken

Die neue Hoffnung auf einen positiven Ausgang des Griechenland-Dramas lässt die Aktien von Deutscher Bank und Commerzbank am Mittwochmorgen haussieren. Es ist nicht der Grexit an sich, der den Anlegern in den vergangenen Wochen Angst gemacht hat. Es ist die Angst, dass der Grexit das Anfang vom Ende der Eurozone einläutet. Im Fall einer Pleite von Italien oder Frankreich müssten die Banken Milliarden abschreiben, es würde zu großen Verwerfungen kommen. Doch das wird die EZB unter allen Umständen zu verhindern versuchen. DER AKTIONÄR bleibt bei seinem Kursziel für die Deutsche Bank von 33 Euro, die Commerzbank hat vorerst Luft bis 12,30 Euro.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Back to the roots

Deutsche-Bank-CEO John Cryan lässt beim Umbau des Unternehmens keinen Stein auf dem anderen. Doch genau das könnte sich auszahlen. Vergangene Woche wurde bekannt, dass die Bank mit der neu gegründeten Kapitalmarktsparte Global Capital Management Großkonzerne vom Börsengang bis hin zu … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank bald günstigster DAX-Wert?

Bei der Deutschen Bank läuft es derzeit einfach. Letzte Woche konnte mit der Einigung um die Manipulation des Referenzzinssatzes Euribor ein weiterer Rechtsstreit beigelegt werden. Die Bank bietet mit der neuen Kapitalmarktsparte für Unternehmen zudem nun eine Betreuung aus einem Guss an. Und wenn … mehr
| Nikolas Kessler | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Euribor-Streit beendet

Die Deutsche Bank kann eine weitere juristische Baustelle schließen: Im Rechtsstreit um die Manipulation des Referenzzinssatzes Euribor wurde mit den US-Behörden am Montagabend eine vorläufige Einigung erzielt. Im freundlichen Gesamtmarkt kann die Aktie am Dienstag daraufhin moderat zulegen. mehr