Commerzbank
- Fabian Strebin - Redakteur

Commerzbank schafft im dritten Quartal Rückkehr in Gewinnzone

Mit Spannung sind die Zahlen der Commerzbank zum dritten Quartal erwartet worden. Das Geldhaus ist in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Die Erträge gingen zwar erneut zurück, die Aktie steigt vorbörslich trotzdem.

Die Commerzbank hat zwischen Juli und September netto 472 Millionen Euro verdient und liegt damit nur knapp unter den Erwartungen der Analysten von 477 Millionen Euro. Damit hat der Konzern im Vergleich zum Vorjahresquartal wieder einen Gewinn eingefahren: Damals stand wegen Restrukturierungsaufwendungen ein Verlust von 288 Millionen Euro zu Buche. Das operative Ergebnis stieg im vergangenen Quartal gegenüber dem Vorjahr von 429 auf 629 Millionen Euro und lag über den Expertenschätzungen. Zum Ergebnis beigetragen haben mehrere Sondereffekte wie der Verkauf des Commerzbank-Towers, die Auflösung des Joint-Ventures mit der BNP Paribas bei Ratenkrediten und die Veräußerung der Beteiligung am Zahlungsverkehrsdienst Concardis. Die bereinigten Erträge gingen um 200 Millionen Euro auf zwei Milliarden Euro zurück.

Commerzbank-CEO Martin Zielke kommentierte die Zahlen: „Wir haben dieses Jahr gute Fortschritte erzielt und wichtige Grundlagen für unsere Transformation gelegt. Wir konzentrieren uns auf Wachstum, um nachhaltig und langfristig profitabel zu sein“. Tatsächlich legte die Bank bei der Neukundengewinnung zuletzt so stark zu, wie kein anderes deutsches Finanzinstitut: Seit Bekanntgabe des Konzernumbaus im September vergangenes Jahr gewann die Commerzbank fast 600.000 neue Kunden. Bis 2020 sollen es insgesamt zwei Millionen sein.

Commerzbank führt DAX an

Anleger honorieren die Rückkehr der Commerzbank in die schwarzen Zahlen und die Fortschritte beim Konzernumbau. Klar ist, dass noch ordentlich Arbeit auf den Vorstand um Zielke wartet. Doch der Turnaround läuft. Mittelfristig sollte es die Bank schaffen mit den Neukunden auch mehr Geschäft zu machen. Die verminderten Anleiheaufkäufe der EZB sollten etwas den Druck von der Zinsseite abfedern. Zudem bestehen weiter latente Übernahmefantasien durch einen europäischen Konkurrenten.

Anleger können bei der Commerzbank-Aktie noch zugreifen und beachten den Stopp bei 9,00 Euro. Das Kursziel liegt bei 16,00 Euro.

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