Commerzbank
- Martin Mrowka - Redakteur

Commerzbank holt sich eine Abfuhr ab - Deutsche profitiert

Die Deutsche Bank hatte Fusionsgerüchte bereits zerstreut. Immer wieder wurde auch gemunkelt, eine französische Großbank könnte sich die Commerzbank schnappen. Vor allem Credit Agricole tauchte dabei auf. Doch nun dementierte die Bank ihr Übernahme-Interesse an der deutschen Privatbank.

Die französische Großbank Credit Agricole ist nicht an einer Übernahme der Commerzbank interessiert. "Wir zielen nicht auf die Commerzbank”, sagte Credit-Agricole-Chef Philippe Brassac der Frankfurter Allgemeine Zeitung. Die Franzosen setzen bei ihrer Expansion nicht auf größere Akquisitionen, wie etwa die zum Verkauf stehende NordLB. "Unsere 2016 gefasste Strategie fußt bis 2019 ganz klar auf Wachstum aus eigener Kraft, und das ändern wir nicht einfach bei erster Gelegenheit", betonte Brassac.

Nicht Übernahme, aber Partnerschaft angestrebt

"Wir sind groß und vollständig genug aufgestellt, um aus eigener Kraft, vor allem aber auch mit Partnern zu wachsen." Dabei richtet der Manager sein Augenmerk durchaus auf Deutschland. "Wir wollen eine echte europäische Bank werden. In Italien und Frankreich sind wir schon eine starke Universalbank, in Deutschland, der größten Wirtschaft der EU, noch nicht."

Das rückt nun auch die Deutsche Bank in den Fokus. Wenn ein Partner in Deutschland gesucht wird, wäre der Bankenprimus doch wohl erste Wahl. Chef Christian Sewing hatte sich kürzlich ebenfalls in Richtung Europa geäußert. Um den dominanten US-Banken, deren Geschäfte gut laufen, etwas entgegenstellen zu können, müssen europäische Institute größer werden, zitierte ihn Reuters. Sewing forderte, dass die Banken über alternative Möglichkeiten einer Zusammenarbeit nachdenken sollten. In bestimmten Bereichen oder für bestimmte Produkte sollten Gemeinschaftsunternehmen gebildet werden.

Die Diskussion über Partnerschaften in Teilbereichen über Grenzen hinweg belebt auch die Börsenkurse. Stärker wiegen jedoch die vorsichtigen Entspannungssignale aus Italien, die insgesamt den Bank-Aktien zugute kommen. Die Aktie der Deutschen Bank profitiert heute mit am stärksten. Im DAX gehört sie mit einem Kurszuwachs von über drei Prozent auf 8,50 Euro zu den Tagesgewinnern. Doch auch die CoBank-Aktie entfernt sich etwas von ihren jüngsten Tiefständen. Zeitweise wurde sogar die 8-Euro-Marke erreicht. Dennoch: Beide Aktien hängen noch in ihren Abwärtstrends. DER AKTIONÄR rät weiterhin zum Abwarten.

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| Fabian Strebin | 0 Kommentare

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