Deutsche Bank
- Andreas Deutsch - Redakteur

Commerzbank, Deutsche Bank & Co.: Wird’s heute heiß?

Die portugiesische Unternehmensgruppe Espírito Santo International (ESI), Teil der Grupo Espírito Santo (GES), hat die Einleitung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Das rückt den ganzen Banken-Sektor am Montag in den Fokus der Anleger, da GES auch an der BES (Banco Espírito Santo) beteiligt ist.

Wie die staatliche Nachrichtenagentur Lusa am Wochenende berichtete, reichte die ESI das Gesuch in Luxemburg ein, wo sie ihren Sitz hat. "Ein solches Verfahren ermöglicht es, die Interessen der Gläubiger in transparenter und geordneter Weise unter der Aufsicht der Gerichte zu verteidigen", begründete die Gruppe ihren Antrag.

Ein solcher Schritt war in Wirtschaftskreisen erwartet worden. Die - zu der Gruppe gehörende - Investmentgesellschaft RioForte hatte bereits Anfang der Woche fällige Verbindlichkeiten bei Portugal Telecom (PT) in Höhe von 847 Millionen Euro nicht bedienen können.

Die portugiesische Zentralbank ist seit Wochen bemüht, das Geldhaus BES von den Turbulenzen abzuschirmen, die das Firmenimperium der Espírito-Santo-Gründerfamilie erfasst hatten. Die BES, Portugals bedeutendste Privatbank, versicherte, über ausreichende Rücklagen zu verfügen, um eventuelle Kreditausfälle aufzufangen.

Die portugiesische Regierung lehnte ein Eingreifen ab und verwies darauf, dass die GES-Gruppe ein privates Unternehmen sei. Finanzministerin Maria Luís Albuquerque betonte, bei der Bank BES sei eine Kapitalerhöhung mit staatlichen Mitteln nicht geplant. Zentralbankchef Carlos Costa deutete vor dem Parlament allerdings die Möglichkeit einer Kapitalaufstockung mit Investitionen privater Anleger an.

Aktien halten sich stabil

 Die Auswirkungen der Insolvenz der Espírito Santo International sind noch nicht absehbar. Fest steht nur, dass die Banco Espírito Santo ein heißes Eisen bleibt. Die Aktien von Commerzbank und Deutsche Bank halten sich am Montagmorgen indes stabil. DER AKTIONÄR empfiehlt mutigen Anlegern Deutsche-Bank-Aktien zum Kauf mit einem Stopp bei 20,50 Euro. Die Commerzbank-Aktie ist auf dem aktuellen Niveau nur eine Halte-Position.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Die Stunde der Wahrheit

Die Deutsche Bank hat im vergangenen Jahr wohl die größten Rechtsrisiken beseitigt, die auf dem Kurs gelastet haben. Seit der jüngsten Kapitalerhöhung sind zudem die Diskussionen um die Eigenkapitalbasis beendet. Bei Vorlage der Quartalszahlen am kommenden Donnerstag, 27. April, geht es deshalb … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank vor Zahlen: Jetzt zählt es

Die Deutsche Bank veröffentlicht am kommenden Donnerstag, 28. April, die Zahlen zum ersten Quartal. Nach Aussage von CEO John Cryan liefen die Geschäfte für den Konzern zu Jahresbeginn wieder besser, nachdem Rechtsstreitigkeiten in den USA im vierten Quartal 2016 die Bilanz noch verhagelt hatten. … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Die Risiken schwinden

Deutsche-Bank-CEO John Cryan konnte im vergangenen Jahr mit dem Hypothekenstreit in den USA und der Geldwäscheaffäre in Russland die größten Rechtsrisiken beilegen. Jetzt kann der Konzern einen weiteren Sieg für sich verbuchen: Laut Bloomberg wurden in Russland die Anschuldigungen fallen gelassen, … mehr
| Fabian Strebin | 0 Kommentare

Deutsche Bank: Insider kaufen

Mehrere Vorstände der Deutschen Bank haben bei der jüngsten Kapitalerhöhung kräftig zugegriffen. Vorstandsvorsitzender John Cryan übte seine Bezugsrechte vollständig aus und erwarb junge Aktien für 53.357 Euro. Die als Kronprinzen gehandelten Stellvertreter Christian Sewing und Marcus Schenk … mehr