Commerzbank
- Fabian Strebin - Redakteur

Commerzbank: Die digitale Revolution?

Die Commerzbank-Kunden können sich auf einige Neuerungen gefasst machen, denn die Bank treibt die Digitalisierung des Privatkundengeschäftes mit Vollgas voran. Andere Unternehmen waren hier schon schneller.

Zu langsam, zu teuer, zu ineffizient. Diese Beschreibung traf bisher auch auf die Commerzbank zu. Geht es nach dem Vorstand soll sich das jetzt ändern. „Wir wollen zu einer Multikanalbank werden. Das ermöglicht mehr Kunden, mehr Abschlüsse, mehr Ertrag, geringere Kosten und damit eine höhere Profitabilität“, sagt Michael Mandel, Privatkundenvorstand der Commerzbank in der Wirtschafts Woche. Das bedeutet die Vernetzung von Online Banking mit den Filialen, dem Mobilen Banking und dem Kundenservice. Für die Digitalisierung des Privatkundengeschäftes nimmt die Commerzbank 200 Millionen Euro in die Hand.

Lieber selber machen

Um die Bedürfnisse der Kunden zu treffen, hat die Commerzbank gleiche eine eigene Design Thinking-Agentur namens Neugelb aus dem Boden gestampft. Sie ist für die Entwicklung und praktische Umsetzung der Neuerungen zuständig. Konkret geplant sind beispielsweise Banking-Apps, mit deren Hilfe Überweisungen in wenigen Sekunden verschickt werden können. Die bequeme Kontoeröffnung via Smartphone soll auch möglich werden. „Die Kunst ist das gesamt Geschäft am Ende zu digitalisieren“, schwärmt Commerzbank-Vorstand Mandel. Ähnliche Lösungen gibt es von zahlreichen Fintech-Unternehmen aber schon länger.

Endlich!

Die Offensive zur Digitalisierung ist endlich ein Hoffnungsschimmer für die Commerzbank-Aktionäre. Um die Bank neu aufzustellen, sollte der Vorstand im Herbst aber weitere Maßnahmen bekannt geben. Denn längst ist der Markt mit Konkurrenten aus der Fintech-Branche besetzt. Mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von nur noch 0,26 und einem KGV von elf ist die Aktie günstig bewertet. Auch charttechnisch sieht es besser aus. Im freundlichen Gesamtmarkt ist der Titel über den Widerstand bei 6 Euro geklettert. Das nächste Ziel ist der mittelfristige Abwärtstrend bei 6,60 Euro. Trader können auf einen Test setzen, alle anderen bleiben investiert.

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