Berkshire Hathaway
- Nikolas Kessler - Redakteur

Buffett-Holding Berkshire Hathaway: Gebot nachbessern? Kommt nicht in Frage!

Berkshire Hathaway will bei seinem Übernahmegebot für den texanischen Energieversorger Oncor hart blieben – eine Nachbesserung steht für Warren Buffett nicht zur Diskussion. Derweil erhöht Paul Singers Hedgefonds Elliott Management den Druck. Viel Zeit für ein Gegenangebot bleibt aber nicht mehr.

Neun Milliarden Dollar und keinen Cent mehr will Starinvestor Warren Buffett für eine 80-prozentige Beteiligung an Oncor bezahlen. Elliott Management, dem größten Schuldner der insolventen Oncor-Dachgesellschaft Energy Future Holdings, ist das zu wenig: Der Hedgefonds feilt an einem Gegenangebot in Höhe von 9,3 Milliarden Dollar.

Frist endet am Montag

Inklusive Schulden wird Oncor durch die Buffett-Offerte mit 18,1 Milliarden Dollar bewertet. Beim Angebot von Elliott läge die Bewertung bei 18,5 Milliarden Dollar. Die Zeit läuft allerdings für Berkshire Hathaway: Das zuständige US-Insolvenzgericht hat dem Hedgefonds eine Frist bis zum kommenden Montag (21. August) gesetzt. Bis dahin muss ein konkretes Übernahmeangebot auf dem Tisch liegen.

Doch auch wenn Elliott nicht genügend Geld einsammeln kann, um Berkshire Hathaway auszustechen, will Singer klein beigeben. Wie das Wall Street Journal (WSJ) berichtet, hat er weitere Schulden der Energy Future Holdings übernommen, um mehr Mitspracherecht zu haben und Buffetts Gebot abblocken zu können.

Stakeholder pro Buffett

Zahlreiche texanische Interessensgruppen sowie die Aufsichtsbehörden, die einer Übernahme durch Berkshire ebenfalls zustimmen müssten, haben dagegen bereits grünes Licht signalisiert. Der einfache und unkomplizierte Deal sei gut für Oncor, die Kunden und den Bundesstaat Texas, so Berkshire-Hathaway-Energy-CEO Greg Abel in einem Statement. Man sei bereit, die regulatorischen Anforderungen zu erfüllen und sogar zu übertreffen.

Warren Buffett ist ein strikter Gegner von Wettbieten – das ist hinlänglich bekannt. Die Übernahmepläne aufgeben zu müssen, wäre dennoch äußerst ärgerlich. Oncor würde nämlich hervorragend ins Portfolio der Energie-Sparte von Berkshire Hathaway passen (siehe dazu auch Ausgabe 31/2017 des AKTIONÄR). Immerhin: Sollte der Deal tatsächlich platzen, stehen der Buffet-Holding Kostenerstattungen in Höhe von 270 Millionen Dollar zu.

Top für Konservative

Die Berkshire-B-Aktie reagiert bislang unbeeindruckt auf das Hin und Her um Oncor – auf Dollar-Basis notiert das Papier weiterhin nur knapp unterhalb ihres kürzlich erreichten Allzeithochs. Investierte Anleger bleiben dabei, langfristig orientierte Neueinsteiger können weiter zugreifen.

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