Borussia Dortmund
- Jochen Kauper - Redakteur

Borussia Dortmund-Aktie: Tuchel kommt - Europa is calling - Einstiegschance!

Schweres Erbe, reizvolle Aufgabe - Thomas Tuchel konnte dem Werben des Branchenriesen aus Dortmund nicht widerstehen. Trotz des langen Schattens seines Vorgängers Jürgen Klopp gab der 41 Jahre alte Fußball-Lehrer dem Revierclub den Zuschlag. Nach diversen Absagen an andere Clubs unterschrieb der ehemalige Mainzer Coach beim achtmaligen Meister einen Vertrag bis 2018.

Vorstellung zur neuen Saison

Mit Rücksicht auf den noch amtierenden Klopp wird die Borussia den neuen Hoffnungsträger jedoch erst nach der Saison offiziell vorstellen: "Der BVB bittet um Verständnis dafür, dass sich alle Beteiligten bis zu diesem Zeitpunkt nicht zur Sache äußern werden", hieß es in einer nüchternen, fünfzeiligen Erklärung der Borussia am Sonntag.
Damit ging die Suche nach einem Nachfolger für den noch am Samstag beim 3:0 über Paderborn von den Fans gefeierten Klopp überraschend schnell zu Ende. Nur vier Tage nach der Ankündigung des langjährigen Erfolgstrainers, seine Amtszeit beim BVB zum Saisonende vorzeitig zu beenden, verkündete die Vereinsführung Vollzug.



Tuchel Comeback

Tuchel kehrt nach einjähriger Pause auf die Bundesliga-Bühne zurück. Er hatte seine Arbeit in Mainz am Ende der Saison 2013/14 auf eigenen Wunsch vorzeitig beendet. Sein noch ein Jahr länger datierter Vertrag war jedoch nicht vorzeitig aufgelöst worden, was einen Wechsel zu einem anderen Verein nur gegen Zahlung einer Ablöse möglich gemacht hätte.
Es gehört zum erstaunlichen Karrieresprung vom Tuchel, dass sein Wert während seiner einjährigen Beschäftigungslosigkeit kontinuierlich anstieg. Dem Vernehmen nach bemühten sich in dieser Zeit der FC Schalke, Galatasaray Istanbul, RasenBallsport Leipzig und zuletzt der Hamburger SV um eine Verpflichtung des studierten Betriebswirts.

Tuchel der „Nerd“

Wie Klopp steht der "Nerd aus Mainz" (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung) für modernen Angriffs- und Tempofußball. Nicht nur deshalb wurden sie oft miteinander verglichen. Beide debütierten in Mainz als Trainer einer Profimannschaft, beide haben einen akademischen Hintergrund und beide verfügen über großes rhetorisches Geschick. Schalkes Keeper Christian Wetklo, der in Mainz sowohl unter Klopp als auch unter Tuchel trainierte, hält solche Vergleich nicht für abwegig, verwies in der "Bild am Sonntag" aber auf Unterschiede. "Beide sind herausragende Trainer. Vielleicht kam Kloppo noch etwas mehr aus dem Bauch", sagte Wetklo. "Er war bei den Besprechungen zwar auch inhaltlich, aber er hat immer Reden gehalten, die uns heißgemacht haben. Thomas hat bei Top-Spielen auch Motivations-Reden gehalten oder mit Videos gearbeitet, aber ansonsten hat er doch die Gegner taktisch eher bis ins Einzelne zerlegt und uns präsentiert."



Europa League ist noch möglich
Der BVB erhöhte am vergangenen Spieltag mit dem Sieg über den Aufsteiger die Chance auf ein standesgemäßes Lebewohl von Klopp und einen reizvolleren Einstieg für Tuchel. Der noch zu Rückrundenbeginn vom Abstieg bedrohte Edelkader steht erstmals seit sieben Monaten wieder auf einem einstelligen Tabellenplatz. Das machbare Restprogramm schürt Hoffnungen auf die Europa League. Kapitän Mats Hummels stellte weitere Siege in Aussicht: "Alle im Team haben das Bedürfnis, den Trainer so zu verabschieden, wie er es verdient hat." Ähnlich sah es Klopp: "Wir wollen aus dieser Saison nun alles herauspressen, was noch möglich ist.

 

Aktie abstauben

Fakt ist: Dass der BVB in de kommenden Saison nicht in der Champions League kicken wird, reißt eine beträchtliche finanzielle Lücke bei den Borussen. Dennoch: Auf der Finanz- und Liquiditätsseite sei nach der Kapitalerhöhung zunächst kein Problem zu erwarten, so Analyst Alexander Langhorst von GSC Research. Ein schlechtes Jahr wäre zu verdauen. Sollte aber die Champions-League dauerhaft wegfallen, wird der BVB ein Problem bekommen. DER AKTIONÄR ist allerdings weiterhin davon überzeugt, dass sich Borussia Dortmund wieder aufrappeln und unter Tuchel zu alter Stärke finden wird. Die Börsenbewertung von derzeit knapp 320 Millionen Euro ist deutlich zu niedrig.

(Mit Material von dpa-AFX).

 

 

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