Twitter
- Fabian Strebin - Redakteur

Börse brutal: Twitter schmiert trotz Gewinnüberraschung ab!

Mit einem höher als erwarteten Gewinn konnten sich die Zahlen von Twitter zum zweiten Quartal sehen lassen. Eigentlich. Nachbörslich wurde das Papier gestern Abend von den Anlegern trotzdem abgestraft. Wieso?

Erwartungen übertroffen, aber…

Im Vorfeld hatten Analysten mit einem Gewinn je Aktie von 10 US-Cent gerechnet. Twitter punktete am Ende mit einem Überschuss von 13 US-Cent je Anteilsschein. Mit einem Umsatzplus von 20 Prozent auf 602 Millionen US-Dollar übertraf man zum 5. Mal in Folge die Markterwartungen. Seit dem IPO von Twitter 2013 ist das allerdings das bisher geringste Erlöswachstum. Komplett pulverisiert wurden die Schätzungen der Analysten für das laufende Quartal. Die Experten hatten mit 678 Millionen US-Dollar gerechnet. Twitter selbst geht aber nur von einem Zielkorridor von 590 bis 610 Millionen US-Dollar aus. Grund dafür ist nach Unternehmensangaben das Anzeigengeschäft, welches schlechter als erwartet läuft. Bei den Anlegern kam das gar nicht gut an.

Verliert Twitter den Anschluss?

Große Aufmerksamkeit kam auch den Nutzerzahlen von Twitter zu. Im zweiten Quartal hatte das Unternehmen 313 Millionen monatliche Nutzer, was drei Prozent mehr sind als noch vor einem Jahr. Gegenüber dem Vorjahresquartal erhöhte sich der Wert dagegen nur um ein Prozent. Ein Vergleich mit den Konkurrenten Facebook und Snapchat offenbart die ganze Misere: Alleine Snapchat nutzen täglich 150 Millionen Nutzer nach Angaben von Branchendiensten. Facebook konnte seit Juli 2015 164 Millionen neue Kunden gewinnen, Twitter dagegen nur neun Millionen.

Wie geht es weiter?

Der Juli 2015 ist als Benchmark deshalb so interessant, weil seitdem der Twitter-Gründer Jack Dorsey wieder als Vorstandsvorsitzender fungiert, bislang allerdings mit mäßigem Erfolg. Das Unternehmen will sich nun auf das Anzeigegeschäft, die Etablierung neuer Videodienste und Livestreaming vor allem von Sportevents fokusieren. Wegen nachlasender Nutzerzahlen befürchtet Analyst James Cukmak bald ein Schattendasein für Twitter.

Was nun?

Der AKTIONÄR lag mit seiner Einschätzung die Aktie von Twitter vor den Zahlen zu meiden richtig. Der Kurs ist zuletzt von der 200-Tage-Linie abgeprallt und hat nach unten gedreht. Twitter bleibt nach wie vor ein Übernahmekandidat für Goolge & Co. Vor dem Hintergrund des schlechten Ausblicks rät der AKTIONÄR aber vorerst von einem Engagement ab.


 

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