- Nikolas Kessler - Redakteur

Bitcoin: Handelsverbot in Südkorea! Das müssen Sie wissen

Befürchtungen gab es schon länger, nun macht Südkorea offenbar Nägel mit Köpfen: Der Regierung des Landes bereitet nach eigenen Angaben ein Gesetz zum Verbot des Handels mit Kryptowährungen vor. Das könnte Signalwirkung haben.

Südkoreas Justizminister hat am Donnerstag ein Gesetz angekündigt, das den Handel mit Kryptowährungen in dem Land verbieten soll. Es gebe große Bedenken hinsichtlich der virtuellen Währungen, daher bereite das Ministerium ein Verbot des Handels über entsprechende Börsen vor, so Park Sang-ki bei einer Pressekonferenz.

Die Entscheidung zu dem Schritt sei nach langen Diskussionen mit anderen Regierungsbehörden sowie dem Finanzminister und der Finanzaufsicht gefallen. Weitere Details wollte der Minister nicht nennen.

Wie kommt es zu dem Verbot?

Südkorea hatte die Daumenschrauben in puncto Krypto-Handel zuletzt weiter angezogen. Nach immer schärferen Warnungen vor den Gefahren, die von digitalen Währungen ausgehen können, hatte die Regierung den heimischen Kryptobörsen im Dezember die Eröffnung neuer Trading-Accounts untersagt und für bestehende Konten eine Klarnamenpflicht verhängt. Schon damals wurden eventuelle Börsenschließungen ins Spiel gebracht.

Erst in dieser Woche hatten Polizei und Steuerbehörden zudem einige der größten südkoreanischen Kryptobörsen durchsucht. Begründet wurde dies mit dem Verdacht auf Steuerhinterziehung und andere kriminelle Aktivitäten.

Als Begründung für das harte Durchgreifen nennt die Regierung unter anderem wirtschaftliche Gefahren durch das Platzen von Spekulationsblasen sowie die Attraktivität von Digitalwährungen für Kriminelle.

Warum ist Südkorea wichtig?

Die Entwicklung in Südkorea wird von Krypto-Investoren mit Sorge beobachtet. Seit das Nachbarland China im vergangenen Jahr ein Handelsverbot für Kryptowährungen verhängt hat, ist Südkorea einer der absoluten Krypto-Hotspots in Asien – was hier in Sachen Regulierung beschlossen wird, könnte Signalwirkung haben.

Zudem beheimatet das Land drei der weltgrößten Kryptobörsen, an denen insgesamt bis zu 20 Prozent der weltweiten Bitcoin-Transaktionen abgewickelt werden – ihnen droht im Falle eines Verbots das Aus.

Die Südkoreaner gelten indes als krypto-verrückt: Laut manchen Umfragen sollen über 30 Prozent der arbeitenden Bevölkerung in Kryptowährungen investiert sein – und das, obwohl die Preise an südkoreanischen Börsen teils deutlich über dem globalen Durchschnitt liegen. Die nach einem koreanischen Nationalgericht benannte „Kimchi-Prämie“ liegt im Schnitt bei 15 bis 20 Prozent, der Bitcoin war an der heimischen Börse Bithumb zuletzt sogar 31 Prozent teurere als der Durchschittspreis.

Dieser Umstand hat dazu geführt, dass der Branchendienst CoinMarketCap bei der Berechnung seiner Kurse die koreanischen Börsen außen vor lässt, um Verzerrungen zu vermeiden. Auch der südkoreanischen Regierung ist diese Benachteiligung der eigenen Bürger ein Dorn im Auge.

Was bedeutet das für Bitcoin & Co?

Der überwiegende Teil der großen Kryptowährungen hat in der Nacht auf Donnerstag mit Verlusten auf die Meldung reagiert. Von den zehn größten Kryptowährungen kann sich derzeit nur Bitcoin Cash minimal im Plus halten, alle anderen Coins verlieren zum Teil zweistellig. Für den Bitcoin ging es in der Spitze um über zehn Prozent in den Bereich von 13.100 Dollar bergab, er konnte die Verluste inzwischen aber eindämmen.

Wie sich das drohende Verbot mittel- und langfristig auswirkt, ist derzeit nur schwer abzuschätzen. Nach Informationen von CNBC müsste der Gesetzentwurf der südkoreanischen Regierung per Mehrheitsbeschluss von den 297 Mitgliedern der Nationalversammlung abgesegnet werden – ein Prozess, der Monate oder gar Jahre dauern könne.

Und selbst wenn das Verbot kommt, ist dessen Wirksamkeit umstritten: „Aus technischen Gründen stehen Bitcoins und andere Kryptowährungen über dem Gesetz“, sagte der „Bitcoin-Jesus“ genannte CEO von Bitcoin.com, Roger Ver, kürzlich in seiner gewohnt provokanten Art. Der Bitcoin sei schließlich Erfunden worden, um staatliche Auflagen zu umgehen.

Das Beispiel China zeigt, dass Ver damit womöglich nicht unrecht hat. Obwohl dort inzwischen alle großen Kryptobörsen dicht sind, gibt es weiterhin Krypto-Handel – beispielsweise an unregulierten Peer-to-Peer-Handelsplätzen. Auch für Krypto-Miner ist das Land weiterhin ein Eldorado.

Regulierung bleibt großes Thema

Auch wenn staatliche Verbote Bitcoin & Co wohl kaum noch stoppen können – seine Attraktivität als Anlageklasse für gesetzestreue Anleger könnten sie sehr wohl schmälern. Die Regulierungsdebatte dürfte daher einer der Kernfaktoren für die Entwicklung der Kryptomärkte bleiben.

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