- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Bitcoin: Komplett-Zusammenbruch

Der Skandal um den Bitcoin-Handelsplatz Mt. Gox weitet sich aus. Der Zusammenbruch der größten Handelsplattform Mt.Gox legt die Schwachstellen des Digitalgeldes schonungslos offen. Der Schock kam über Nacht: Am Dienstagmorgen war Mt.Gox verschwunden. Wo sonst mehr oder weniger zuverlässig angezeigt wurde, zu welchem Dollarkurs der

Bitcoin zuletzt den Besitzer wechselte, erschien nur noch eine leere weiße Seite. Das ist jedoch noch das Harmloseste: Laut einem im Internet veröffentlichten Papier könnten mehr als  740 000 Bitcoins zum aktuellen Wert von über 300 Millionen Dollar verschwunden sein. Spekulationen über Insolvenz und Betrug machen die Runde.

„Schwarzes Schaf“

Ist der Kollaps Mt.Gox der Sargnagel für den Bitcoin? Die anderen Handelsplätze bemühen sich, diesen Eindruck zu zerstreuen. Die Probleme der Plattform seien hausgemacht, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme der Wettbewerber Coinbase, Kraken, BitStamp, Circle und BTC China. Die "tragische Verletzung des Vertrauens" der User von Mt.Gox habe sich das Unternehmen selbst zuzuschreiben. Wie in jeder aufstrebenden Branche gebe es schwarze Schafe.

"Nun zeigen sich die Schattenseiten der mangelnden Regulierung', sagt Geschäftsführer Manfred Hübner vom Forschungsunternehmen Sentix. Der finanzpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag, Gerhard Schick, vermisst im 'Handelsblatt' stabilisierende Elemente wie bei einer Zentralbank - aber genau deren Einfluss wollen die Bitcoin-User ja verhindern. Ein Dilemma.

Hauptkritikpunkt ist die hohe Volatilität. Denn es gibt viel zu wenig Bitcoins. Aktuell sind elf Millionen Stück im Umlauf, ihre Zahl ist auf 21 Millionen begrenzt.

Weiterhin meiden!

DER AKTIONÄR warnt weiterhin davor, sein Geld in Bitcoins zu investieren. Das virtuelle Schöpfen einer Währung durch Software hat geringe Markteintrittsbarrieren, was Nachahmer anlocken und den eigentlichen Wert von Bitcoins – ihre Knappheit als quasi-exklusive virtuelle Währung – mittelfristig untergraben dürfte. Der Mt- Gox-Skandal verhindert zudem eine Akzeptanz von Bitcoins in der Öffentlichkeit.

(Mit Material von dpa-AFX.)

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