Evotec
- Marion Schlegel - Redakteurin

Biotech-Aktie Evotec bricht ein – was ist da los?

Evotec ist vom Partner Roche über die ersten Ergebnisse der Phase-IIb-Studie mit Sembragiline (RG1577, EVT302), einem MAO-B-Inhibitor für die Behandlung der Alzheimer’schen Erkrankung, in Kenntnis gesetzt worden. Nach Durchführung einer 52-wöchigen Studie konnte keine Verbesserung des primären Endpunkts nachgewiesen werden. Vorläufige Sicherheitsanalysen belegten eine gute Verträglichkeit von Sembragiline ohne Sicherheitssignale. Roche wird die Erreichung der sekundären Endpunkte von Sembragiline evaluieren und alle zukünftigen Entwicklungsoptionen prüfen.

Vorstand enttäuscht

Dr. Werner Lanthaler, Vorstandschef von Evotec, kommentierte: „Ohne Zweifel enttäuschende Neuigkeiten, dass Sembragiline seine primären Endpunkte nicht erreicht hat, aber Alzheimer ist einer der größten medizinischen Herausforderungen unserer Zeit. Alzheimer wird weiterhin Priorität für Evotec und unsere Partner bleiben. Strategisch ist dieses Programm einer von mehr als 70 Produktmöglichkeiten innerhalb unseres Portfolios auf den Gebieten ZNS und Schmerz sowie metabolische Erkrankungen, Onkologie und Antiinfektiva.“

Diese Meldung hat keinerlei Auswirkungen auf Evotecs Finanzprognose. Im Jahr 2015 wird erwartet, ein Wachstum des Konzernumsatzes vor Umsätzen aus Meilensteinen, Abschlagszahlungen und Lizenzen von mehr als 35 Prozent zu erzielen. Das EBITDA vor Änderungen der bedingten Gegenleistung für den Evotec-Konzern soll im Jahr 2015 positiv sein. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F+E) sollen im Jahr 2015 auf 15 Millionen Euro bis 20 Millionen Euro ansteigen. Es wird erwartet, dass die Liquidität zum 31. Dezember 2015 deutlich über 100 Millionen Euro liegen wird.

Aktie ist TecDAX-Schlusslicht

Im Zuge der negativen News ging es bei der Aktie von Evotec am Mittwoch zeitweise um mehr als zwölf Prozent nach unten. Der Wert ist damit mit Abstand der schwächste Wert im TecDAX. Allerdings war die Aktie bereits im Vorfeld der Entscheidung bereits deutlich unter Druck geraten. Zuletzt konnte sich der Wert aber wieder etwas erholen. Am späteren Vormittag notiert die Evotec-Aktie knapp sechs Prozent im Minus bei 3,35 Euro. Dennoch ist das Papier aus charttechnischer Sicht nun deutlich angeschlagen. Wichtig ist zumindest, dass die psychologisch wichtige Unterstützung bei drei Euro hält.

(Mit Material von dpa-AFX)

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