Bayer
- Marion Schlegel - Redakteurin

Bayer-Aktie unter den Top-Verlierern im DAX – kommt jetzt die Trendwende?

Betrachtet man die Entwicklung der DAX-Werte im Jahresvergleich, sind die Aktien von Infineon, der Deutschen Lufthansa und der Deutschen Börse ganz oben zu finden. Zu den Top-Werten gehört auch die ehemalige Bayer-Tochter Covestro. Deutlich schlechter lief es für die Aktie des Pharma- und Agrarchemiekonzerns selber. Mit einem Minus von rund 17 Prozent zählt sie sogar zu den fünf größten Verlierern im DAX im Jahresvergleich.

Doch geht es nach den Analysten, könnte sich dies bald ändern. 17 von insgesamt 30 von Bloomberg befragten Analysten stufen den Wert mit „Buy“ ein, 13 mit „Hold“ und keiner mit „Sell“. Zuletzt hat das Analysehaus Berstein Research seine Einschätzung aktualisiert. Das Kursziel haben die Experten zwar von 120 auf 118 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf „Outperform“ belassen. Beim derzeitigen Bayer-Kurs von 98,22 Euro entspricht diese immerhin einem Potenzial von rund 20 Prozent. Er habe sein Bewertungsmodell für den Pharma- und Agrarchemiekonzern an die nun abgeschlossene Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto angepasst, schrieb Analyst Jeremy Redenius in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie. Diese dürfte schon 2018 zum operativen Ergebnis (Ebitda) und im kommenden Jahr zum Kernergebnis je Aktie (EPS) beitragen.

Seit der vergangenen Woche ist der Bayer-Konzern offiziell alleiniger Eigentümer des US-Saatgutkonzerns Monsanto. Nachdem nach monatelangen Verhandlungen alle notwendigen behördlichen Freigaben zum Vollzug vorlagen, ist die Übernahme am 7. Juni 2018 erfolgreich abgeschlossen worden. Es ist mit einem Wert von 62,5 Milliarden Dollar die größte Übernahme eines deutschen Unternehmens im Ausland. Mit dem Kauf von Monsanto steigt Bayer zum weltgrößten Hersteller von Saatgut und Pflanzenschutzmitteln auf. DER AKTIONÄR sieht das Ganze jedoch nach wie vor nicht ganz so optimistisch, wie die Analysten. Was angesichts der Entwicklung der Aktie in den vergangenen Monaten auch nicht verkehrt war. Man muss erst einmal abwarten, wie Bayer die Übernahme verkraftet und wie die langfristigen Auswirkungen sein werden. Charttechnisch ist die Aktie von Bayer vorerst ohnehin weiter angeschlagen: Zuletzt ist der Wert an der 200-Tage-Linie abgeprallt. Anleger beobachten das Geschehen vorerst weiter von der Seitenlinie.

 

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