BASF
- Marion Schlegel - Redakteurin

BASF-Aktie: Kursziele gekappt – wie handeln nun die Anleger?

Die Aktie von BASF ist in den vergangenen Tagen erheblich unter Druck geraten. Zuvor war das Papier am Widerstand bei 86,00 Euro gescheitert. Nun steuert die BASF-Aktie direkt auf eine wichtige Unterstützung zu: das Juli-Tief bei 75,28 Euro. Diese gilt es nun zu verteidigen, andernfalls wäre aus charttechnischer Sicht ein Abrutschen bis in den Bereich des 52-Wochen-Tiefs bei 64,27 Euro nicht auszuschließen. Zuletzt belasteten die Aktie insbesondere einige Kurszielsenkungen verschiedener Analysten.

So hat etwa die DZ Bank den fairen Wert der Aktie von BASF von 90 auf 83 Euro gesenkt. Die Einstufung wurde auf "Halten" belassen. Die Experten der Deutschen Bank haben das Kursziel für die DAX-Titel nach den Zahlen zum zweiten Quartal ebenfalls gesenkt – von 100 auf 97 Euro –, die Einstufung aber auf "Buy" belassen.

Niedrigere Zielkurse, aber dreimal „Kaufen“

In diese Riege reichen sich auch die Experten von HSBC ein. Die britische Investmentbank hat das Kursziel von 99 auf 95 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf "Buy" belassen. Das neue Ziel reflektiere die gesunkene Bewertung des Chemiesektors, schrieb Analyst Geoff Haire in einer Studie vom Mittwoch. BASF traut er im kommenden Jahr eine 16-prozentige Steigerung beim Gewinn je Aktie zu. Darauf sollten sich die Anleger konzentrieren.

Auch die französische Investmentbank Exane BNP Paribas hat das Kursziel für BASF von 90 auf 89 Euro nach unten korrigiert, die Einstufung aber ebenfalls auf "Outperform" belassen. Zwar sei der Barmittelfluss beim Chemie- und Pharmakonzern stark gewesen, dennoch habe das zweite Quartal in vielfacher Hinsicht enttäuscht, so Analyst James Knight. Der Experte senkte seine operativen Gewinnerwartungen für 2015 leicht. Das zweite Halbjahr dürfte härter werden, vor allem falls sich die Konjunkturflaute in China verschärfe.

Lediglich das US-Analysehaus Bernstein Research hat seine Einschätzung zu BASF bestätigt. Er bewertet die Aktie mit "Outperform" und einem Kursziel von 102 Euro. Das zweite Quartal sei schwierig gewesen, aber alles in allem dürften im laufenden und kommenden Jahr die Vorteile des schwachen Ölpreises im Chemiegeschäft die Nachteile im Öl- und Gasbereich des Chemiekonzerns mehr als wettmachen, erklärte Analyst Jeremy Redenius am Dienstag. Zudem dürften Kosteneinsparungen helfen, die Preissteigerungen bei den fixen Kosten zu reduzieren.

Kaufchance nach Bodenbildung

Trotz der verringerten Kursziele sehen die Experten den fairen Wert immer noch klar über dem aktuellen Kursniveau. Auch DER AKTIONÄR hält die BASF-Aktie derzeit für unterbewertet. Der Konzern verfügt über ein sehr starkes Produktportfolio und eine breite globale Aufstellung. Das Qualitätsunternehmen hätte durchaus eine höhere Bewertung als aktuell (2016er-KGV von 13, Dividendenrendite von 3,6 Prozent) verdient. Wegen des wieder etwas eingetrübten Chartbildes sollten nicht investierte Anleger jedoch noch eine Bodenbildung abwarten. Bereits investierte Anleger beachten den Stopp bei 73,00 Euro.

(Mit Material von dpa-AFX)

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