DAX
- Michael Schröder - Redakteur

Rallyealarm im Januar: Deshalb geht die DAX-Rekordfahrt im Februar weiter

Zuletzt kannte der DAX nur eine Richtung: nach oben. Und wenn es nach einigen Experten geht, ist dank der EZB-Milliarden das Ende der Fahnenstange immer noch nicht erreicht. Allerdings wird die Luft in der neuen Woche dünner, nachdem der deutsche Leitindex zuletzt einen Rekord nach dem anderen markiert hat.

9,06 Prozent Rendite stehen für den DAX im Januar zu Buche - und ein Allzeithoch bei 10.810 Punkten. Diese Bilanz kann sich sehen lassen. Nur im Jahr 1996 (+9,6 Prozent) und 2012 (+9,5 Prozent) ist der Leitindex besser ins Jahr gestartet. Auch die Statistik zeigt: Im ersten Monat des Jahres halten sich Anleger häufig zurück und große Kursgewinne sind selten.

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Das wirtschaftliche Umfeld hellt sich erstaunlich rasch auf. Die Verbraucherstimmung in Deutschland hat sich unerwartet stark verbessert, auch weil die niedrigen Energiepreise wie ein Konjunkturprogramm wirken. Zudem profitieren die exportstarken Unternehmen vom schwachen Euro, was die jüngsten Quartalsberichte bestätigen. Auch die Kreditnachfrage hat sich einer vierteljährlichen EZB-Umfrage zufolge verbessert und ist so hoch wie zuletzt 2006.

"Die konjunkturelle Lage ist gar nicht so negativ, insbesondere in Kerneuropa. Aber der wesentlichste Pulsgeber für die Märkte ist ohnehin nicht in der Realwirtschaft und den Unternehmensgewinnen zu finden, sondern in der Geldschwemme", sagt Roger Peeters von der Oddo Seydler Bank. "Deren Ausmaß treibt und eine Abkehr von dieser Politik würde auch die Börsen wieder runterbringen", führt der Kapitalmarktexperte aus. Nach dem starken Januar schließt Peeters auch Rücksetzer nicht aus: "Bei solch einer dynamischen Entwicklung, wie wir sie seit Jahresbeginn gesehen haben, sind naturgemäß auch stärkere Rückschläge drin. Darauf sollten Anleger gefasst sein."

"Vieles spricht dafür, dass der Aufwärtsimpuls noch nicht zu Ende ist", schreibt Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Helaba. Die Anleger hätten Kursrücksetzer beim DAX in den vergangenen Tagen "wiederholt als Kaufgelegenheit genutzt". Allerdings sei der Kursaufschwung bereits in einem fortgeschrittenen Stadium.

Zur Vorsicht mahnen der Streit zwischen Griechenland und seinen Geldgebern über den Sparkurs des Landes und die im Jahresverlauf erwartete Straffung der US-Geldpolitik. Ebenfalls im Fokus steht die Fortsetzung der Berichtssaison.

In Deutschland müssen die Anleger bis zum Mittwoch auf die ersten Unternehmenszahlen warten: Dann berichten unter anderem Hannover Rück, der Lichtspezialist Osram und der Maschinenbauer GEA über ihre Geschäftsentwicklung. Tags darauf folgen mit Hannover-Rück-Konkurrent Munich Re und Daimler zwei DAX-Konzerne. "Der Newsflow sollte in der Summe positiv aufgenommen werden. Die Erwartungshaltung ist nicht übertrieben, viele deutsche börsennotierte Unternehmen sind sehr gut positioniert und der schwache Euro und das billige Rohöl geben einigen Industrien Rückenwind", sagt Peeters.

Aus Konjunktursicht stehen am Montag Einkaufsmanager-Indizes aus Europa, China und Japan auf der Agenda - sie gelten als wichtiger konjunktureller Frühindikator. Am Donnerstag sollte das deutsche Ifo-Geschäftsklima einen Blick wert sein, bevor zum Wochenausklang der Arbeitsmarktbericht der US-amerikanischen Regierung die Aufmerksamkeit auf sich ziehen sollte. Im Vorfeld befragte Experten rechnen im Schnitt mit 230.000 neu geschaffenen Jobs im Januar. Für die US-Notenbank dürfte allerdings die Lohnentwicklung eine größere Rolle spielen. Denn so lange die Löhne nicht anzögen, dürfte sich auch die Teuerung kaum nachhaltig verstärken, heißt es bei der Commerzbank. Das könnte eine Zinswende verzögern - und die Aktienmärke weiter nach oben treiben.

(Mit Material von dpa-AFX)

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