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- Markus Horntrich - Chefredakteur

Aus conVisual wird mVISE: Mobile-Spezialist erwartet 2015 Umsatzsprung um 80 Prozent

Neuer Strategie, neuer Name: Die conVISUAL AG firmiert in mVISE AG um und hat ehrgeizige Ziele. Bis zum Jahr 2017 soll der Umsatz auf über 15 Mio. Euro steigen, das Ziel für die EBITDA-Marge liegt bei über 15 Prozent. Aktuell liegt der Börsenwert des Mobile-Spezialisten bei unter 8 Mio. Euro. DER AKTIONÄR sprach mit Vorstand Peter Hofbauer über den starken Start ins Geschäftsjahr 2015, die neue Tochter Just Intelligence und die geplante Produktoffensive im Bereich SaaS.

DER AKTIONÄR: Herr Hofbauer, die conVISUAL AG hat ihren Namen in mVISE AG geändert. Was steckt hinter dieser Namensänderung und wofür steht mVISE?

Peter Hofbauer: Die Namensänderung drückt unsere neue Aufstellung mit 3 Kernthemen aus: „Mobility“, das „m“ von mVISE, steht für Mobile Business Solutions und damit für die Möglichkeit, Informationen immer und überall optimal nutzbar zu machen. Durch „Virtualization“ – das „VI“ in unserem Namen – wird IT skalierbar und effizient. Das umfasst auch alle Ausprägungen von Cloud-Lösungen. „Security“ – kurz „SE“ in mVISE – stellt eine technische Basis dar, die für die Umsetzung der beiden anderen Themen das nötige Vertrauen schafft.

Wie greifen diese drei Bereiche ineinander?

Wir konnten mit Januar 28 neue Mitarbeiter im Consulting von „Virtualization“ und „Security“ aufbauen und verzeichneten bereits im Januar einen Auftragseingang von über 1 Mio. Euro mit diesem Team. Die drei Bereiche fließen also nicht nur thematisch ineinander, sondern helfen uns auch eine nachhaltige, starke Position am Markt zu erreichen.

Am 29. Januar gab es eine außerordentliche Hauptversammlung. Was waren die Hintergründe für die Einberufung dieser außerplanmäßigen Aktionärsversammlung?

Einer der Hauptgründe war die Änderung unseres Namens. mVISE transportiert unsere neue Strategie um vieles konkreter und hilft uns in der Kommunikation enorm. Es ist für die Umsetzung der Strategie 2015+ entscheidend, bestehende, wie auch neue Kunden möglichst rasch für unser Erfolgsrezept zu begeistern.

Könnten Sie unseren Lesern bitte die wesentlichen Punkte der Strategie 2015+ – neben der Namensänderung – erläutern?

Unser Portfolio umfasst nun „Consulting“, „Solutions“, sowie „Products“ und die Strategie basiert auf zwei wesentlichen Komponenten:
Der Positionierung unserer Kernthemen bei Consulting- und Solutions-Kunden, wie auch dem starken Fokus auf Software-as-a-Service (SaaS) Produkte.
Einerseits ermöglicht uns also der sprungartige Aufbau im Consulting die 3 Kernthemen sofort stark zu positionieren, sowohl im Beratungs-Modell, wie auch im Lösungsgeschäft. Mobility, Virtualization und Security öffnen uns in der Kombination somit neue Bereiche bei Kunden.
Andererseits haben wir schon wesentliche Schritte ins Produktgeschäft unternommen, die wir in der Folge weiter ausbauen werden. Über die Außendienst-App „Sales Wizard“ generieren wir bereits jetzt wiederkehrende Umsätze und erweitern das Produkt 2015 zu einem SaaS-Angebot. Sehr ähnlich verhält es sich mit den Lizenzen von „Intelligent Complete Control“ (ICC) der Just Intelligence GmbH, an der wir ja seit kurzem 33,4% halten und 2015 planen auf 76% auszubauen. Auch hier liegt enormes Potenzial darin, mit einem SaaS-Produkt ein riesiges Kundensegment zu erobern.

Sie sprechen den Aufbau des Beratungsgeschäfts an: Mit welchen Zielen sind Sie hier gestartet und wie fällt Ihr erstes Fazit nach wenigen Wochen aus?

Als im September 2014 der Beschluss fiel, das Beratungsgeschäft für die Strategie 2015+ aufzubauen, war geplant, im Januar 2015 mit 20 Consultants zu starten, die Auslastung schnell zu steigern und Ende 2015 einen Stab von etwa 30 Experten an Bord zu haben.
Nun haben wir bereits mit Stand Anfang Februar 30 hoch spezialisierte Mitarbeiter im Team und mit 1,2 Mio. Euro beauftragen Projekten einen Bestand, der unsere Erwartungen bei weitem übertrifft.

Welche Rolle spielt im Rahmen der Strategie 2015+ die 33,4-prozentige Beteiligung an der Just Intelligence GmbH, Hamburg?

Die Just Intelligence GmbH stellt eine Art „Blaupause“ dar, anhand der wir zeigen können, dass sich auf Basis einer flexiblen technischen Lösung und unseres Know-hows in den Bereichen Mobility, Virtualization und Security ein SaaS-Produkt entwickeln und erfolgreich vermarkten lässt.

Was versprechen Sie sich von dem SaaS-Modell und ab wann soll der Marktstart voraussichtlich erfolgen?

Wiederkehrende Umsätze aus dem Produktgeschäft sind der Treiber für unser zukünftiges Wachstum und so sehen wir unseren eigenen Sales Wizard, wie auch ICC von Just Intelligence als erste Ausprägungen einer langfristigen SaaS-Strategie. Wir rechnen mit einem Vertriebsstart des ICC-SaaS-Produktes im zweiten Halbjahr 2015 und erwarten für 2016 daher schon einen deutlich sichtbaren Umsatzanteil in der Just Intelligence GmbH.

Kommen wir auf die Ziele für das laufende Geschäftsjahr zu sprechen: Mit welchen Erwartungen sind Sie ins Jahr 2015 gestartet?

Wir erwarten einen Jahresumsatz von 6,5 Mio. Euro für 2015. Das ist eine mehr als 80-prozentige Steigerung zu 2014, der wir aktuell sehr positiv entgegen sehen. Unser Optimismus liegt vor allem an dem optimalen Start des Bereichs Consulting – wie bereits angesprochen hatten wir mit steigender Auslastung eines Teams von anfänglich 20 Beratern gerechnet und stehen aktuell bereits bei 30 sehr gut ausgelasteten Mitarbeitern.

Welche Umsatz- und Ergebnisziele verfolgen Sie mit der Strategie 2015+ mittelfristig?

Die Umsatzentwicklung wird 2016 und 2017 vor allem durch den Aufbau im Bereich SaaS-Produkte getrieben. Die Performance von Solutions und Consulting steigt zwar auch kontinuierlich, aber ein großer Teil des Wachstums wird in Folge durch wiederkehrende Lizenzumsätze entstehen.
Konkret erwarten wir 2017, nach Vollkonsolidierung der Just Intelligence GmbH, schon über 15 Mio. Euro Umsatz. Die EBITDA-Marge soll bis dahin auf über 15 % anwachsen.

mVISE verfügt noch über einen Verlustvortrag in Höhe von über 12 Mio. Euro. Können Sie diesen Verlustvortrag auch nutzen und somit die erwartete Steuerquote in den kommenden Jahren niedrig halten?

Für unser Ergebnis ist das letztlich eine wichtige Komponente. Wir wollen in jedem Fall ab Ende 2015 einen deutlichen Nutzen aus dem angehäuften Verlustvortrag ziehen.

Die mVISE-Aktie führt derzeit an der Börse eher ein Schattendasein, der Börsenwert liegt aktuell nur bei rund 7,6 Mio. Euro. Welche Maßnahmen planen Sie, die Bekanntheit der Aktie am Kapitalmarkt nachhaltig zu erhöhen?

Wir konnten bereits 2014 einige neue Investoren gewinnen und wollen nun die Arbeit am Kapitalmarkt forcieren. Mit den Erfolgen, die wir aktuell am Markt einfahren, sprechen wir eine breitere Zielgruppe von Anlegern an und werden diese positive Entwicklung im Rahmen einer Investor-Relations-Offensive auch intensiv an den Markt kommunizieren.

Herr Hofbauer, vielen Dank für das Interview.

 

Aktie mit Hebel

Die Aktie führt an der Börse derzeit zwar ein Schattendasein, hat aufgrund des eingeschlagenen Kurses und der potenziell hohen Wachstumsraten jedoch einen hohen Hebel. Die Hot-Stock-Empfehlung des AKTIONÄR hat mit Blick auf die nächsten zwei Jahre das Potenzial sich zu verdoppeln, wenn die Pläne des Managements aufgehen.

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| Werner Sperber | 0 Kommentare

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