Samsung
- Jonas Lerch

Apple-Rivale Samsung: Topmodelle zurückgestellt – was ist da los?

Neue Strategie beim Smartphone-Marktführer: Samsung verbaut die Spitzentechnologie ab jetzt zuerst in der Mittelklasse – schon in diesem Jahr geht's los. Doch welcher Grund spricht für die Neuausrichtung?

Normalerweise läuft es immer nach dem gleichen Schema, wenn Smartphone-Riesen die Technik-Muskeln spielen lassen. Die neuesten Features sind für die Oberklasse reserviert, später folgt das mittlere Preissegment. Doch Samsung dreht den Spieß um.

Bewegung in der Galaxie

Koh Dong-Jin, Chef der Mobil-Sparte bei Samsung, äußerte sich am Montag gegenüber dem Nachrichtensender CNBC zur neuen Strategie. Spitzentechnologie kommt ab jetzt zuerst auf die Galaxy-A-Serie, die für rund 250 Euro verfügbar ist. Später folgt das Galaxy-S und die Note-Serie, erklärte Koh. Die neuen Geräte sollen noch in diesem Jahr erscheinen, einen konkreten Termin nannte Koh nicht.

Als Grund für die Neuausrichtung gibt Koh die veränderten Bedingungen auf dem Smartphone-Markt an. Denn bei der sonst immer gleichen Rangliste in Bezug auf die Marktanteile tut sich was. Der chinesische Hersteller Huawei hat mit einem Marktanteil von 15,8 Prozent Apple im zweiten Quartal vom Silber-Platz gedrängt. Samsung ist mit knapp 21 Prozent noch auf Platz 1, aber die Luft wird langsam dünner.

Schleppende Verkäufe

Samsungs Flaggschiff Smartphone – das Galaxy S9 – verkaufte sich nur mäßig, dagegen drängen Xiaomi und Co mit attraktiven Modellen für wenig Geld in den Markt. Samsung muss also umdenken. Der neue Fokus liegt auf den „Millenials“, die sich Oberklasse-Modelle meist nicht leisten können. Mit zwei Milliarden Menschen ist es die größte Generation – und damit eine wichtige Zielgruppe. Durch die exklusive Technik in der Galaxy-A-Serie, wollen die Südkoreaner junge Kunden zum Kauf locken.

Auch im Premium-Segment hat Samsung ein Ass im Ärmel: Der Tech-Riese will noch in diesem Jahr ein faltbares Smartphone veröffentlichen.

Die neue Strategie kommt genau richtig. Gerade in Schwellenländern sind Nutzer nicht bereit, 1.000 Euro für ein Mobiltelefon zu zahlen. Neue Technik zum günstigen Preis könnte Samsung deshalb in diesen Märkten das gewünschte Wachstum bringen.

Das Falt-Smartphone sowie die ungewöhnliche Strategie liefern frische Impulse. Die Samsung-Aktie reagierte darauf bisher kaum. Der Titel pendelt seit Juni zwischen 800 und 880 Dollar. DER AKTIONÄR empfiehlt Anlegern deshalb abzuwarten, ob Samsung die Strategie-Wende tatsächlich gelingt.

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