DAX
- Andreas Deutsch - Redakteur

Angst vor Grexit - Horror-Tag im DAX

Die Eurokrise ist wieder da. Sorgen um die Zukunft Griechenlands und des Euros haben am Montag den DAX stark belastet. Die Bundesregierung pocht gegenüber Athen auf Erfüllung der Spar- und Reformzusagen.

Am Nachmittag verliert der deutsche Leitindex 2,6 Prozent tiefer bei 9.512,19 Punkte. Auf die Stimmung schlug sich auch der schwache Handelsauftakt an der Wall Street nieder. Dort fiel der Dow Jones Industrial um gut ein Prozent.

Wachsende Ängste vor einem "Grexit" - also dem Ausscheiden Griechenlands aus der Währungsgemeinschaft - könnten ein erhebliches Risiko für die Konjunktur in der Eurozone darstellen, schrieb Jonathan Loynes, Volkswirt für Europa beim Analysehaus Capital Economics. Auch die letzte Krise der Eurozone habe mit einem isolierten Problem in Griechenland begonnen und sich dann auf andere Länder ausgebreitet.

Hinzu kommt der scheinbar unaufhaltsame Preisverfall bei Rohöl, der Händlern zufolge für einige Verunsicherung am Markt sorgt. Der Ölpreisrutsch schlägt sich stark in der Preisentwicklung nieder und lässt einem Händler zufolge wieder das Deflationsgespenst über das Parkett spuken.

Hohe Kosten für deutsche Steuerzahler

Die Bundesregierung machte klar, sich nicht in den Wahlkampf in Griechenland einzumischen. Allerdings pocht sie gegenüber Athen auf Erfüllung der Spar- und Reformzusagen. Drei Wochen vor den Parlamentswahlen sagte Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), man erwarte von der griechischen Regierung - "egal wer sie stellt - dass die mit der EU getroffenen Vereinbarungen eingehalten werden".

Nach Einschätzung des SPD-Finanzpolitikers Carsten Schneider würde ein Euro-Austritt Griechenlands die deutschen Steuerzahler 30 Milliarden Euro oder mehr kosten. "Wir haben fast 240 Milliarden an Krediten an Griechenland gegeben, um sie zu stabilisieren und im Euro zu halten." Bei einem Umstieg auf die Drachme und einer Abwertung könnte Athen das nicht zurückzahlen.

(Mit Material von dpa-AFX)

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