AMD
- Benedikt Kaufmann

AMD: Es hat sich ausgeträumt

Eine übertriebene Rallye wird nach einer enttäuschenden Prognose abverkauft. Nichts Ungewöhnliches – doch Morgan Stanley sieht bereits die nächste Gefahr lauern.

Die Prognose von AMD für das vierte Quartal konnte nicht mit den Erwartungen mithalten und ließ gewaltig enttäuschte Anleger zurück. Denn die schwache Prognose zeigt deutlich: Die AMD-Führung ist weniger zuversichtlich, dass das neu gefundene Wachstum im Chip-Bereich anhalten kann. Die schrumpfende Nachfrage im Krypto-Bereich bringt die GPU-Verkäufe weiter unter Druck. Hinzu kommt eine Schwächephase bei Semi-Custom-Chips, diese Halbleiter werden insbesondere in Konsolen verbaut und dürften angesichts des fortgelaufenen Konsolenzyklus weniger nachgefragt werden.

Zusätzliche Marktanteile nur ein Traum?

Die bearishen Analysten von Morgan Stanley rechneten aufgrund der oben genannten Gründe bereits mit einer schwächeren Prognose für das vierte Quartal. Doch die Analysten sehen auch das Ziel der Geschäftsführung, bis 2020 im Server-Markt einen Marktanteil von zehn Prozent zu halten, in Gefahr. Denn laut Morgen Stanley entsprechen zehn Prozent des Marktanteiles einem Umsatz von 200 bis 250 Millionen Dollar im Quartal. Doch für das Q4/18 rechnet die AMD-Führung nur mit 100 bis 125 Millionen Dollar Umsatz im Server-Markt. Unklar ist nun, woher in dem kurzen Zeitraum eine derartig rasante Wachstumsbeschleunigung stammen soll.

Abstand halten!

AKTIONÄR-Leser haben in der AMD-Rallye gute Gewinne erzielt – nach dem Kurssturz ist die Aktie ausgestoppt. Die schwache Prognose und die unsicheren Langfrist-Ziele beschädigten die Wachstumsstory und damit den wichtigsten Kurstreiber. Anleger halten vorerst Abstand.

Mit dem in der Monster-Trade-Reihe empfohlenen Put-Optionsschein (WKN: ST4RQU) folgte DER AKTIONÄR seiner zunehmend negativen Einschätzung für AMD – und landete einen Volltreffer. 50 Prozent der Position wurden bereits verkauft, die verbleibenden 50 Prozent gilt es laufen zu lassen.

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