Steinhoff
- Andreas Deutsch - Redakteur

Amazon: Darum will Bezos auf den Mond

Amazon-Gründer Jeff Bezos hat ein Modell einer Mondlandefähre präsentiert. "Das ist ein unglaubliches Fahrzeug, und es wird zum Mond fliegen", sagte der 55-Jährige am Donnerstag bei der Enthüllung in Washington. Bezos investiert Milliarden in das Weltraumprojekt. Das umtriebige Genie hat gute Gründe.

Seine Firma Blue Origin habe seit drei Jahren am Design des Mondlandefahrzeugs "Blue Moon" gearbeitet, so Bezos. Es solle bis zu vier Mondautos sowie Geräte für wissenschaftliche Untersuchungen und eventuell sogar Menschen an Bord nehmen können.

Blue Origin baut die Infrastruktur, um eine neue Generation von Träumern zu entfesseln", schrieb Bezos auf Twitter. "Ich habe diese Menschen heute getroffen, die Zukunft ist in guten Händen."

Die Welt ist nicht genug

Ist das Projekt nur die Spinnerei eines Multi-Milliardärs, der nicht weiß wohin mit seinem vielen Geld? Oder steckt viel mehr hinter dem milliardenschweren Plan? Bezos hatte vor gut einem Jahr gesagt, Blue Origin sei "das Wichtigste, was ich mache". Er denke, dass die Erschließung des Sonnensystems unter anderem nötig sei, um künftige Energiekrisen zu verhindern.

Fakt ist: Die Weltbevölkerung wächst rasant wie nie, 2050 werden es wohl neun Milliarden Menschen sein. Steigt die Nachfrage nach dem E-Auto rasant, wird es womöglich ein Energieproblem geben. Vor allem dann, wenn immer mehr Menschen Atom- und Kohlekraft ablehnen.

Auf der Vorderseite des Mondes gibt es unbegrenzt Sonnenlicht, das für umweltfreundliche Sonnenenergie genutzt werden kann. Außerdem weiß man seit ein paar Jahren: Der Mond verfügt über große Wassermengen. Allein am Südpol gibt es eine Wassermenge, die ungefähr so groß ist wie die des Bodensees.

Dazu gibt es auf dem Mond massenweise Regolith. Der Rohstoff gilt als ideales Material zum Bauen.

Klappt die Mission, kann sich Bezos über ein weiteres Milliarden-Business freuen.

Genial

Bezos beweist mit seinem Mondprojekt einmal mehr, welch umtriebiger, ehrgeiziger Konzernchef und Visionär er ist. Auch bei Amazon ist der Milliardär noch lange nicht am Ziel. Die Aktie bleibt ein klarer Kauf.

(Mit Material von dpa-AFX)

 

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