Alibaba
- Benedikt Kaufmann

Alibaba: In einem Jahr ist Jack Ma weg!

Allibaba 20090210 Jack ma

Jack Ma wird Alibaba in einem Jahr den Rücken kehren. Seine Nachfolge als Vorstandsvorsitzender soll der bisherige CEO Daniel Zhang übernehmen. Das macht der Gründer des größten chinesischen Online-Händlers nun in einem Brief an die Mitarbeiter offiziell.

In dem Brief verkündete der Alibaba-Gründer mit einer Übergangsfrist von einem Jahr den Vorsitz abzugeben, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten. Er betonte, dass es bei Alibaba nicht nur um Jack Ma gehe, und hob die bisherigen Leistungen von Daniel Zhang hervor. Den vollständigen Brief können Sie hier lesen.

Dass Zhang die Nachfolge antritt, ist keine Überraschung. Seit 2013 leitet der Manager das Tagesgeschäft. Unter der Führung von Zhang wuchs der Onlinemarktplatz Tmall zur führenden Plattform in China heran, die nicht nur bei heimischen Marken sondern auch im Rest der Welt als direkter Weg zum chinesischen Kunden gesehen wird.

Unsicherheiten überwiegen – Stopp erreicht

Einziges Manko: Gründer Jack Ma kündigt seinen Rücktritt zu einem Zeitpunkt an, an dem keine neue Strategie offensichtlich ist. Cloud und Ant Financial bieten zwar neue Gewinnmöglichkeiten, sind jedoch aktuell unprofitabel. Das drückt zusätzlich auf die Margen des Kerngeschäfts. Worauf sich Zhang konzentrieren wird, ist aktuell unklar.

Ohne neue Fantasie bleibt nur die Unsicherheit nach dem Rückzug von Ma. Das schmeckt den Anlegern nicht. Das Papier gerät weiter unter Druck und fällt unter den Stopp des AKTIONÄR bei 140,00 Euro. Anleger ziehen hier einen Schlussstrich und verkaufen.

 

 

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  • Benedikt Kaufmann -
    Vielen Dank für Ihren Kommentar. Tatsächlich wurde die Alibaba-Aktie sogar bis vor wenigen Wochen positiv eingeschätzt. Doch nach dem erneuten Abverkauf trotz solider Q-Zahlen vom 23.08. und einem deutlichen Unterschreiten des Unterstützungsbereichs iHv $170 habe ich meine Meinung geändert. Sicherlich bleibt Alibaba langfristig vielversprechend – die primären Gründe weshalb sich die Aktie lange Zeit auf der Empfehlungsliste befand, haben sich kaum verändert. Doch eine weitere Eskalation im Handelsstreit, die Ansteckungsgefahr aus Argentinien, Türkei oder Brasilien sowie ein schwächeres Wachstum des chinesischen GDP setzten die Aktie unvorhersehbar unter Druck. Mittelfristig ist das Risiko hier zu hoch. Wir versuchen stets die besten Empfehlungen an unserer Leser auszusprechen. Hierzu gehört jedoch auch sich stets eine aktuelle Meinung zu bilden und bei Zeiten von einem Langfrist-Favoriten zu trennen.

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