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- Martin Weiß - Leitender Redakteur

3 Gründe, weshalb Sie das Uber-IPO vergessen sollten (einer hat mit Alibaba zu tun)

Die Anlegerwelt schaut gespannt auf die Wall Street, wo am Freitag mit dem Fahrdienstleister Uber das größte Tech-IPO seit Jahren erwartet wird. DER AKTIONÄR rät von einem Einstieg ab und das Kapital stattdessen für einen anderen Börsengang aufzuheben.

Groß, größer, geil! Schon Wochen vor dem geplanten Börsengang überschlug sich die Finanzszene mit Vorschusslorbeeren für das Uber-IPO.

Wie der DER AKTIONÄR bereits in seiner Printausgabe 19/2019 schrieb, ist die Aktie des weltweit größten Fahrdienstleisters langfristig interessant, kurzfristig aber durchaus spekulativ zu sehen.

Hier sind 3 Gründe, weshalb Anleger beim Handelsauftakt NICHT bei Uber zugreifen sollten:

1) Miese Stimmung:

Am Freitag wollen die USA im Handelsstreit mit China Strafzölle auf Importe aus der Volksrepublik einführen. Das Drohszenario drückt seit Anfang der Woche auf die globalen Aktienmärkte und könnte die Nachfrage nach Uber-Aktien am ersten Handelstag dämpfen.

2) Facebook und Alibaba:

Wiederholt sich die Geschichte? Bei den milliardenschweren Börsengängen der Tech-Riesen Facebook (2012) und Alibaba (2014) war das mediale Getöse in den Wochen vor dem Debüt ähnlich groß, gebracht hat es den Anlegern zunächst nichts.

Facebook notierte 24 Tage nach dem IPO rund 38 Prozent im Minus und hatte sich weitere 125 Tage später mehr als halbiert (bevor sich der Kurs anschließend mehr als verzehnfachte).

Alibabas IPO-Bilanz ist verglichen mit der von Facebook nicht ganz so verheerend, fällt mit einem Minus von 38 Prozent nach 54 Tagen aber auch nicht gerade anlegerfreundlich aus.

3) Spannendes KI-IPO vor der Tür:

Einer der größten Player für Künstliche Intelligenz, das chinesische Start-up Megvii, hat gerade eine weitere Finanzierungsrunde (750 Millionen Dollar) erfolgreich abgeschlossen und könnte demnächst in Hongkong debütieren.

Megviis bekanntestes Produkt heißt Face++ – eine Gesichtserkennungssoftware –, das in zahlreichen chinesischen Unternehmen (Lenovo, Ant Financial) und bei Strafverfolgungsbehörden zum Einsatz kommt. Auf dem Niveau der jüngsten Finanzierungsrunde wird Megvii mit vier Milliarden Dollar bewertet.

Bei einem Börsengang könnte das Platzierungsvolumen inoffiziellen Quellen zufolge bis zu einer Milliarde Dollar betragen. Der Clou aus Anlegersicht: Alibaba hält größere Anteile an Megvii ebenso wie an dessen Erzrivalen SenseTime, würde im Falle eines Börsengangs also erheblich profitieren.

DER AKTIONÄR meint: Anleger sollten bei Uber zunächst an der Seitenlinie verharren und auf eine Kurskorrektur spekulieren oder gleich das Kapital für das ungleich spannendere IPO von Megvii aufsparen.

 

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  • Jörg Lober -
    Uber sammle ich erst nach dem Kurssturz ein. Ich denke mal, die Aktie bekommt man auch noch für unter 20,- €. Interessant wird Uber erst im Zusammenhang mit dem autonomen Fahren.

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