DAX
- Markus Bußler - Redakteur

„Ich glaube nicht an einen Crash“

Der DAX hat zum Ende der Handelswoche deutlich nachgegeben. Vor allem die Aktien, die in den vergangenen Wochen die Rallye angeführt haben, kamen unter Druck. Für Ronald-Peter Stöferle von Incrementum, ist das keine große Überraschung. Er hat in einem Interview mit dem österreichischen Wirtschaftsblatt vor einer Korrektur gewarnt.

„Die Marktbreite lässt sukzessive nach und das Volumen ist schwach. Zudem ist das Sentiment bereits extrem optimistisch. Es gibt also Zeichen dafür, dass eine Korrektur bevorsteht“, sagt der Experte im Gespräch mit wirtschaftsblatt.at. Allerdings glaube er nicht, dass ein richtiger Crash bevorsteht. Die FED werde seiner Ansicht nach das Tapering beenden oder QE wieder ausweiten, sobald die Börsen zu sehr unter Druck stehen.

Geldmengenausweitung wichtiger als Gewinne

Allerdings bereitet Stöferle die derzeitige Lage Sorge. „Die Geldmengenausweitung ist für Aktien wesentlich wichtiger als die Margen oder die Gewinnentwicklung. Das ist ein Paradigmenwechsel. Die Abhängigkeit von niedrigen Zinsen und der Liquidität ist enorm, das schwächt das System und gleichzeitig nimmt der Grenznutzen der monetären Stimuli ab“, sagt Stöferle.

Auch die Entwicklung in China und Japan sieht Stöferle mit Sorge. Wenn China die Fehlallokationen bereinigen würde, hätten sie nach Ansicht des Experten nur noch ein Wirtschaftswachstum von zwei bis drei Prozent – und nicht sieben bis acht. Die Japaner würden wiederum 30 Prozent ihrer Steuereinnahmen für Zinsen aufwenden – und das trotz japanischer Staatsanleihen mit Renditen auf Rekordtiefständen. „Was in Japan passiert, ist das keynesianische Endgame“, sagt Stöferle.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

DAX: Jetzt droht der freie Fall

Zum Wochenausklang steht der DAX massiv unter Druck. Der anhaltend starke Euro, der Auto-Skandal und der Verfall der Optionen an den internationalen Terminbörsen sorgen für fallende Kurse. Mit dem Rutsch unter die wichtige charttechnische Marke bei 12.316 Punkten wurde ein weiterer Abverkauf … mehr
| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

Nach Draghi ist vor Draghi - DAX ist sich unsicher

Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt alles beim Alten - die Zinsen auf null und das Anleihenkaufprogramm bei 60 Milliarden Euro pro Monat. So weit so gut. Die Tatsache, dass sie im Herbst über eine Anpassung ihrer Geldpolitik diskutieren wird, hat den Anlegern dann doch nicht geschmeckt. So … mehr
| DER AKTIONÄR | 0 Kommentare

Sommer-Rallye: 8 Aktien, die jetzt durchstarten +++ Friss mich! Übernahmegerüchte dank Amazon und Co +++ Super Aktie Netflix: "House of Cards" ist wieder da: Kevin Spacey treibt den Aktienkurs

Sommer, Sonne, Sonnenschein. Während sich ganz Deutschland in den Urlaub verabschiedet, wird an der Börse weitergehandelt. Es könnte ein heißer Börsensommer werden. Die Berichtssaison wirft ihre Schatten voraus. Starke Aussichten dürften mit satten Kursaufschlägen honoriert werden. Diese Aktien … mehr