DAX
- Andreas Deutsch - Redakteur

"DAX bei 11.000 - oder mehr"

Höheres Wachstum der Weltwirtschaft, Entspannung in der Ukraine, Unterstützung von Seiten der EZB: Für Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank, sind die Rahmenbedingungen für den Aktienmarkt im neuen Jahr mehr als gut.

DER AKTIONÄR: Herr Hellmeyer, 2014 haben mehrere Krisen den DAX belastet, zum Beispiel die Ukrainekrise. Wie geht es 2015 weiter?

FOLKER HELLMEYER: In meinem Basisszenario gehe ich davon aus, dass sich die Ukraine-Krise 2015 Stück für Stück zurückbilden wird. Man kann derzeit eine zunehmende Unzufriedenheit im Westen der Ukraine mit der amtierenden Regierung beobachten, wodurch der politische Druck steigt. Ich denke, dass sich die Krise bereits im ersten Quartal zurückbildet. Im Anschluss wird der Westen die Sanktionen gegen Russland Stück für Stück lockern.

Also gute Voraussetzungen für den Aktienmarkt.

Absolut, zumal die Weltwirtschaft im kommenden Jahr um sehr ordentliche 3,7 Prozent wachsen wird. Das Thema finanzielle Repression bleibt uns erhalten, was immer mehr Anleger in die Assetklasse Aktien treibt. Außerdem werden die Notenbanken weiter viel Geld drucken. Steigende Leitzinsen, wie viele sie befürchten, sehe ich nicht. Die Fed wird die Zinsen bestenfalls nur geringfügig erhöhen.

Wie lautet Ihr Kursziel für den DAX?

11.000, und das ist hanseatisch konservativ. Allerdings wird auch 2015 volatil sein, Rücksetzer von 1.000 Punkten kann es immer mal geben, aber die sind sehr gute Einstiegsmöglichkeiten. Ich sehe den DAX zwischen 9.200 und 9.500 Punkten sehr gut unterstützt.

Welche Branchen werden 2015 top sein?

Die Konsumbranche gefällt mir, aber auch der Anlagen- und Maschinenbau. Ich bin mir sicher, dass die Investitionen anziehen werden. Dafür wird unter anderem EU-Kommissionspräsident Juncker mit seinem milliardenschweren Investitionsprogramm sorgen.

Und welcher Markt hat das größte Überraschungspotenzial?

Der russische. Russland erwirtschaftet auch in der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Situation noch Haushaltsüberschüsse. Wenn die Sanktionen gelockert werden, sollte der Markt merklich steigen.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

Trumpcare oder Obamacare - D-Day für den DAX!

Nach der Verschiebung der für Donnerstag angesetzten Abstimmung im US-Repräsentantenhaus über eine Reform des unter Präsident Barack Obama eingeführten Gesundheitssystems präsentiert sich der DAX am Freitag überraschend fest. Schon die Anleger in Japan ließen diese Nachricht links liegen und … mehr
| DER AKTIONÄR | 1 Kommentar

1.000% Wachstum: Auto 2.0 - das sind die Top-Gewinner-Aktien +++ Facebook: Geheimprojekt schürt Fantasie +++ Heißes Gerücht: Weshalb DER AKTIONÄR bullish für diesen Nebenwert ist

Moderne Autos fahren nicht mehr mit Diesel oder Benzin, sondern mit Strom. Und sie fahren im Zweifelsfall selbst. So sieht die nicht mehr allzu ferne automobile Zukunft aus. In der neuen Ausgabe des AKTIONÄR lesen Sie, wie Sie vom Megamarkt Auto 2.0 profitieren können. mehr
| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

Zittern die Anleger vor Trump, DAX jetzt shorten?

Nach dem Kursrutsch von 12.100 auf 11.850 Punkte kann sich der DAX am Donnerstag weiter über der Marke von 11.900 Zählern behaupten. Einen stärkeren Anstieg verhindert eine wichtige Abstimmung in den USA. Zudem drücken etwas schwächer als erwartet ausgefallene Konsumdaten etwas auf die Stimmung. mehr
| Thomas Bergmann | 0 Kommentare

Platzt die Trump-Blase oder holt der DAX nur Luft?

Am deutschen Aktienmarkt geht es den zweiten Tag in Folge kräftiger nach unten. Immer mehr Marktteilnehmer befürchten, dass US-Präsident Donald Trump seine ehrgeizigen Wahlversprechen nicht umsetzen kann. Erschwerend kommt für die deutschen Blue Chips hinzu, dass der Euro weiter an Boden gewinnt. mehr