Trumps neue Strafzölle setzen am Montagmorgen auch europäische Luxusgüterhersteller unter Druck. Die Aktie von LVMH rutscht vorbörslich um knapp vier Prozent ab. Zusätzliche Belastung kommt von Analystenseite: Morgan Stanley stuft die Aktie ab und sieht kurzfristig nur begrenztes Kurspotenzial.
Analyst Edouard Aubin hat die Aktie auf "Equal-Weight" mit einem Kursziel von 635 Euro herabgestuft. Er spricht von einer „Atempause“, da LVMH zwar im Vergleich zum Vorjahr von einer verbesserten Branchendynamik profitiere, das Kurspotenzial aber begrenzt sei.
Zwar seien die zentralen Marken Louis Vuitton und Dior laut Aubin wieder klar auf Wachstumskurs, wodurch der Umsatz im Mode- und Lederwarensegment die Prognosen im vierten Quartal übertreffen dürfte. Gleichzeitig überwiegen aus seiner Sicht jedoch die Risiken:
Aubin sieht beim EPS mehr Abwärts- als Aufwärtspotenzial, unter anderem aufgrund von Wechselkurseffekten und möglichen Zöllen sowie anhaltendem Druck im Wein- und Spirituosengeschäft. Hinzu kommt, dass die Bewertung von LVMH nahe dem oberen Ende der Spanne der vergangenen 20 Jahre liegt.
Unter den von Bloomberg erfassten 36 Analysten wird die Aktie derzeit mit 20 Kaufempfehlungen, 15 Halteempfehlungen und einer Verkaufsempfehlung bewertet. Der Zielkurs bietet mit 660 Dollar auf Schlusskusbasis noch rund acht Prozent Potenzial.
Zuletzt hatte BofA-Analystin Ashley Wallace das Kursziel von 675 auf 750 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. LVMH biete eine einzigartige Balance zwischen zyklischem Potenzial und eigenem Optimierungsspielraum, gerade im Mode- und Lederwarenbereich. Aber: Ein stärkeres Umsatzwachstum sei nicht einkalkulierbar.
Die Volatilität dürfte bei LVMH angesichts des neuen Zoll-Schocks erstmal hoch bleiben. Hoffnung liegt nun auf den Quartalszahlen am Donnerstag. Anleger bewahren Ruhe und warten für einen Einstieg charttechnische Signale wie ein erneutes Überwinden des GD50 ab. Die Aktie ist Teil des AKTIONÄR-Depots.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: LVMH.
Die Autorin hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: LVMH.
LVMH-Aktien befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
Heute, 08:47