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Xiaomi: 2,5‑Milliarden‑Rückkauf – Kosmetik gegen die Krise?

Xiaomi: 2,5‑Milliarden‑Rückkauf – Kosmetik gegen die Krise?
Foto: Xiaomi
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Philipp Schleu 23.01.2026, 13:51 Philipp Schleu

Der chinesische Tech-Gigant Xiaomi greift tief in die Tasche. Mit einem Aktienrückkaufprogramm über bis zu 2,5 Milliarden Hongkong-Dollar (rund 321 Millionen US-Dollar) will der Konzern das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen. Die Ankündigung sorgte am Freitag kurzfristig für Erleichterung, doch der Kurssprung täuscht nicht über die strukturellen Risse im Fundament hinweg.

Die Reaktion an der Börse folgte prompt: Ein Plus von über zwei Prozent zum Wochenausklang. Doch für Aktionäre ist das bisher nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Seit Jahresbeginn notiert das Papier immer noch mehr als acht Prozent im Minus. Der Konzern steht unter Druck. Bereits am 13. Januar wurden vier Millionen Aktien für 152 Millionen Hongkong-Dollar vom Markt genommen – jetzt legt das Management nach. Der Startschuss für die neue Tranche fällt am heutigen 23. Januar.

Toxischer Mix aus Chip-Mangel und Preiskampf

Der Grund für die anhaltende Talfahrt ist vielschichtig. Vor allem ein drohender Engpass bei Speicherchips drückt auf die Stimmung. Während die globalen Fertigungskapazitäten zunehmend für den boomenden KI-Sektor abgezogen werden, schauen Smartphone-Hersteller in die Röhre.

Dan Baker, Senior Equity Analyst bei Morningstar, warnt vor den Folgen: „Das führt zu einer Margenkompression bei den Herstellern.“ Entsprechend haben diverse Branchenbeobachter ihre Prognosen bereits nach unten korrigiert. Ivan Lam von Counterpoint Research wird noch deutlicher: „2026 wird eine Herausforderung.“ Besonders chinesische Android-Player, die stark von Zulieferern abhängen, seien verwundbar.

Xiaomi (WKN: A2JNY1)

E-Auto-Sparte: Ernüchterung statt Euphorie

Auch das prestigeträchtige E-Auto-Geschäft, einst als großer Wachstumstreiber gefeiert, liefert aktuell wenig Fantasie. Virale Berichte über Unfälle drückten zuletzt auf das Image. Schwerer wiegt jedoch die fundamentale Skepsis der Analysten.

Citi-Expertin Kyna Wong bezeichnet das Auslieferungsziel von 550.000 Fahrzeugen für 2026 als „enttäuschend“. Zudem droht Ungemach von staatlicher Seite: Änderungen bei den Pekinger EV-Subventionen könnten die ohnehin dünnen Margen im E-Auto-Segment ab 2026 weiter erodieren. Der anhaltende Preiskampf in China tut sein Übriges.

Der Rückkauf signalisiert, dass Xiaomi die eigene Aktie für unterbewertet hält. Ob dies reicht, um gegen steigende Komponentenkosten und die harte EV-Konkurrenz zu bestehen, muss das Unternehmen erst noch beweisen.

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