Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat ihre Kursziele für mehrere große europäische Versicherer angehoben. Trotz der höheren Zielmarken bleibt der Branchenkommentar insgesamt eher zurückhaltend. Analyst Andrew Baker verweist auf eine zuletzt nachlassende Kursdynamik sowie auf zunehmende Herausforderungen im Schaden- und Unfallgeschäft.
Für die Allianz hebt Goldman Sachs das Kursziel von 361 auf 404 Euro an. An der Einstufung „Neutral“ hält Analyst Andrew Baker jedoch fest. Die Aktien europäischer Versicherer hätten sich zuletzt weniger dynamisch entwickelt, zudem lägen die Bewertungen inzwischen am oberen Ende der historischen Spanne.
Belastend wirkten sich vor allem die sich eintrübenden Perspektiven im Schaden- und Unfallgeschäft aus. Der Anstieg des Kursziels resultiert vor allem daraus, dass Goldman Sachs die Bewertungsbasis weiter in die Zukunft verschoben hat.
Auch bei Generali erhöht Goldman Sachs das Kursziel. Hier lautet die Zielmarke nun 36,30 statt 34,40 Euro, die Einstufung wird jedoch ebenfalls auf „Neutral“ belassen. Wie bei der Allianz verweist Baker auf die verlangsamte Kursentwicklung der Branche und auf steigende Risiken im Schaden- und Unfallgeschäft. Die Kurszielanhebung erklärt sich auch hier aus der zeitlichen Verschiebung der Bewertungsbasis.
Deutlich optimistischer zeigt sich Goldman Sachs bei AXA. Das Kursziel steigt hier von 44,50 auf 47,00 Euro, die Einstufung bleibt bei „Buy“. Zwar gelten auch hier die gleichen branchenspezifischen Vorbehalte – hohe Bewertungen und schwächere Aussichten im P&C-Geschäft –, doch traut Goldman Sachs dem französischen Versicherer weiterhin eine überdurchschnittliche Entwicklung zu. Auch bei AXA ist die Anpassung des Bewertungszeitraums der Haupttreiber für das höhere Kursziel.
Goldman Sachs bleibt für Europas Versicherer insgesamt vorsichtig, erkennt aber weiteres Kurspotenzial bei einzelnen Titeln. Allianz, AXA und Generali stehen allesamt auf der Empfehlungsliste des AKTIONÄR. Alle drei sind nicht zuletzt für Dividendenjäger attraktive Optionen. Ihre Qualitäten dürften gerade in einem unruhigeren Marktumfeld gefragt sein.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Allianz.
Heute, 09:02